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Initiiert Durch Wildeshauser „Tippi“ hilft Nashorn-Baby „Hope“ in Namibia

Wildeshausen - Wie bereitet ein Mensch ein junges Nashorn auf das Leben in der Wildnis vor? Indem er ein weiteres Nashorn in das Gehege des Tieres bringt. So zumindest läuft es derzeit bei „Hope“ (Deutsch: Hoffnung). Seit zehn Monaten ist das Nashorn auf „Goche-Ganas“ in einem Naturschutzreservat in Namibia zu Hause – eine Freizeitanlage, die von einem Wildeshauser aufgebaut und einst betrieben worden ist.

Spenden sammeln

Ingo Stritter, der mittlerweile als Geschäftsführer der Spascher Sand Immobilien GmbH arbeitet und seit mehr als sieben Jahren mit seiner Familie in der Kreisstadt lebt, ermöglicht Hopes Versorgung. Die Mutter des Nashornbabys, die in dem Reservat gelebt hatte, ist überraschend gestorben. Die Ursache gilt als unklar. Stritter und seine Familie beschlossen, das Nashorn-Baby bis zur Auswilderung zu versorgen. Um dies auch finanziell zu ermöglichen, sammelt der Wildeshauser Spenden (www.gofundme.com/ein-herz-fr-nashorner).

Die zweieinhalbjährige Nashornfärse „Tippi“ wurde aus einer wilden Nashornherde gefangen und zu „Hope“ in die Tierauffangstation gebracht, um das junge Nashorn an die Wildnis zu gewöhnen. „Tippi wird Hope wahres Nashornverhalten lehren und somit auf das freie Leben in der Wildnis vorbereiten“, berichtet Stritter. Die beiden Tiere hätten sich schnell miteinander vertraut gemacht – auch wenn Tippi zunächst sehr nervös und unruhig gewesen sei, so der Wildeshauser.

Das Interesse Stritters kommt nicht von ungefähr: Der Wildeshauser ist in der Nähe von Windhuk (Namibia) aufgewachsen. Unter anderem möchte Stritter mit dieser Tierschutzaktion ein Zeichen setzen gegen die Wilderei im südwestlichen Afrika. Die Tierauffangstation besteht aus einem circa 200 Quadratmeter großen, fest erbauten Gehege mit Anbindung an ein circa fünf Hektar großes, sicher abgezäuntes Gebiet (Koppel) afrikanischer Steppe/Savanne.

In dieser Woche wird Hope elf Monate alt. Sie entwickle sich prächtig, schwärmt Stritter. „Ihr Gewicht liegt nun bereits bei circa 380 Kilogramm.“ Trotz der tollen Entwicklung: Das Waisennashorn allein und eigenständig auswildern zu lassen, wäre ein großes Risiko. Es wisse nicht, wie es sich in der Natur zu verhalten habe. Noch weniger wisse es, wie es sich Futter und Wasser besorgen solle.


Nicht nur, dass das Tier Raubtieren ausgeliefert wäre – sogar unter Nashörnern sei es nicht sicher. „Es ist in der Natur üblich, dass fremde Tiere nicht in der Herde akzeptiert, sondern ausgestoßen und vertrieben werden“, so Stritter.

Hoffen auf Regen

Zurück zum „Hope-Plan“, wie ihn der Wildeshauser nennt: Nachts schläft das Nashornbaby in seinem festen Gehege. Tippi kam hinzu – ihr habe die fremde Umgebung jedoch nicht gefallen „und sie ist zurück in das sichere Areal (Koppel) ausgebrochen“. Seither schlafe Tippi im Freien.

Jetzt hoffen Stritter und seine Familie nach der Trockenheit in Namibia auf Regen, „so dass in der Savanne das Gras wächst und die beiden Nashörner dann gemeinsam ausgewildert werden können. Die beiden Tiere können sich der wilden Nashornherde von Tippi anschließen. Das mag noch bis zum Ende des Jahres dauern. Vielleicht sogar bis Anfang des kommenden Jahres“.

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