WILDESHAUSEN - „Mit dem Stellmacherplatz können wir derzeit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen“, sprach Karin von Elbwart (CDU) allen Ausschussmitgliedern aus dem Herzen. Mit dem Bau eines Stadthauses biete sich die einmalige Chance, dass dort etwas passiert. Auch Hermann Hitz (UWG) lobte die vorgelegten Pläne: „Das ist ein Gewinn für die Stadt.“ Einstimmig sprach sich der Bau- und Umweltausschuss (BU) daher für die Erteilung einer Baulast für das Neubauvorhaben „Burgstraße 22“ in Wildeshausen aus.

Dort wollen die Eheleute Inge und Hermann Debbeler – wie berichtet – auf einer derzeit unbebauten Fläche den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses realisieren. Im 1. Bauabschnitt sind drei Wohneinheiten geplant, wie Architekt Reinhard Reuter erläuterte. Schon heute wäre ein Baubeginn möglich – mit einem Grenzabstand von 50 Zentimetern und ohne Fenster in Richtung Norden. „Bei einer Traufhöhe von 7,50 Metern hätten wir dann eine 120 Quadratmeter große Wand“, so Reuter. Folge später der 2. Bauabschnitt auf einer Länge von 40 Metern wäre die Wand gar 300 Quadratmeter groß. „Das hat der Stellmacherplatz nicht verdient“, betonte der Architekt. Um Fenster einbauen zu können, bitten die Investoren deshalb einer Baulast zuzustimmen. Zudem soll das Gebäude über den Stellmacherplatz erschlossen werden, da auch der Einbau eines Fahrstuhls geplant sei.

Das wiederum erzürnte den BU-Vorsitzenden Hartmut Frerichs (SPD). Er warf dem Bauherrn eine „Salamitaktik“ vor. Von einem Gebäudezugang über den Stellmacherplatz sei zunächst keine Rede gewesen. Hitz machte darauf aufmerksam, dass in diesem Fall die Verkehrssicherungspflicht bei der Stadt liege. Sie müsste vertraglich auf den Investor übergehen.

Strittig war auch die Zahl der Parkplätze. Für den 1. Bauabschnitt seien je Wohneinheit ein Platz notwendig; zusätzlich gebe es einen Parkplatz für Besucher – also insgesamt vier. Rechnet man weitere Parkmöglichkeiten auf dem Grundstück Debbeler am Lütjen Ort dazu, gäbe es insgesamt sogar zwölf Einstellplätze. Frerichs und Karl Schulze Temming-Hanhoff forderten, weitere Stellplätze am Lütjen Ort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Die Kette muss weg“, hieß es. Dem widersprach Ulrich Kramer (CDU): „Zwölf Parkplätze sind keine Baulast mehr. Wir müssen dem Investor entgegen kommen.“ Von Elbwart meinte: „Wir brauchen die Mietwohnungen.“ Architekt Reuter wies darauf hin, dass bei einer Realisierung des zweiten Projektes „Kleine Straße 17“ mit acht Wohneinheiten und eventuell einer gewerblichen Nutzung sogar eine Tiefgarage geplant sei. Dann stünden insgesamt sogar 27 Einstellplätze zur Verfügung – deutlich mehr als vorgeschrieben. Der Ausschuss gab letztlich grünes Licht. Vertragsdetails wie die Verkehrssicherungspflicht will die Verwaltung mit dem Investor besprechen.