Wildeshausen - Die UWG begrüßt ausdrücklich die Initiative der Ratsmitglieder Stefan Rollié (CDW) und Evelyn Goosmann (SPD), den Schutz der historischen und ortsbildprägenden Gebäude in Wildeshausen zu verstärken. „Wir werden das Projekt selbstverständlich unterstützen und sehr aktiv begleiten“, sagt UWG-Fraktionsvorsitzender Rainer Kolloge, „es ist lange überfällig, dass zum Schutze unserer alten Gebäude auch vonseiten der anderen Parteien mal etwas passiert. Bislang ist das Bestreben der UWG, die alte Bebauung in der Stadt zu erhalten, von CDU und SPD ja nicht besonders unterstützt worden.“

Die UWG hatte im Juni 2016 beantragt, dass für die Innenstadt eine Gestaltungssatzung (§ 84 NBauO) zur Sicherung des historisch gewachsenen Erscheinungsbildes erlassen werden sollte. Dies habe jedoch ebenso wenig die Unterstützung der anderen Parteien gefunden wie der fortwährende Einsatz der UWG für die vom Abriss bedrohten Gebäude.

„Immerhin ist es uns gelungen, durch unseren hartnäckigen Einsatz wesentlich dazu beizutragen, dass der Abriss des alten Bahnhofes und der historischen Häuser am Marktplatz verhindert werden konnte“, erinnert UWG-Ratsherr Thomas Johannes. „Die Traditionsgaststätte ,Stegemanns Hotel’, die alte ,Kaiserliche Post’ an der Bahnhofstraße und viele andere Gebäude, wie zuletzt den ,Alten Wittekind’ und absehbar auch die Lohgerberei, konnten wir leider nicht retten. Hier fand unsere Stimme bei den anderen Parteien kein Gehör.“

Der Schutz und Erhalt der alten Bausubstanz und die Bewahrung des historischen Charakters sind nach Ansicht von UWG-Ratsherr Heiner Spille wichtig – nicht nur aus Gründen der Tradition, sondern auch für die Belebung und wirtschaftliche Stärkung der Innenstadt. „Es bleibt nun abzuwarten, ob Frau Goosmann und Herr Rollié es mit dem Schutz der alten Gebäude wirklich ernst meinen, oder ob es sich nur um ein Strohfeuer handelt, das die beiden vor ihrer möglicherweise geplanten Wiederwahl als Vorstände des Bürger- und Geschichtsvereins kurzfristig entfacht haben“, gibt sich Kolloge skeptisch. „Ich würde mich aber sehr freuen, wenn die UWG mit den beiden Antragstellern tatsächlich dauerhafte Mitstreiter für den Schutz der noch verbliebenen alten Gebäude in Wildeshausen gefunden hat.“