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Jubiläum Zum 80. Geburtstag in die alte Heimat Wildeshausen

Stephanie Bremer

WILDESHAUSEN - Helga Willers-Brandon erinnert sich noch genau an die Worte ihrer Tante, als diese aus den USA zu Besuch kam: „Wenn du groß bist, kommst du auch nach Amerika“. Damals war sie gerade fünf Jahre alt. Dass die gebürtige Wildeshauserin sich fünfzehn Jahre später tatsächlich dazu entschließt, auszuwandern, ahnte damals noch niemand. Am 10. Januar 1952 erreichte die damals 20-Jährige die Ostküste der USA, wohnte zunächst bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Boonton, New Jersey.

Erinnerung an Jugend

Heute, fast 60 Jahre später, lebt Helga Willers-Brandon in Prescott, Arizona, und feiert am 18. September ihren 80. Geburtstag – in Wildeshausen. Auch über die lange Zeit hielt sie den Kontakt zu Familie, Schulkameraden und Freunden. „Mit Wildeshausen verbinde ich Heimatgefühl. Jeder kennt hier jeden, das gibt es in Arizona nicht“, erklärt sie und fügt hinzu: „In Wildeshausen bin ich aufgewachsen, alles hier erinnert mich an meine Jugend.“

Und die war aufregend. 1949 gewann Helga Willers-Brandon mit Gunda Behrens, Anneliese Reuter und Hanna Heinemann im 4 x 400 Meter-Staffellauf die Deutsche Jugendmeisterschaft in Braunschweig. „Obwohl wir nicht einmal eine Aschebahn zum Trainieren hatten“, erzählt die 79-Jährige. Auf dem Sportplatz an der Harpstedter Straße übten die vier jungen Frauen mit Trainer Walter Ebinger für die Wettkämpfe. „Kurz vor den Meisterschaften sind wir einige wenige Male nach Ganderkesee gefahren, um dort auf der Aschebahn den Stabwechsel zu trainieren“, erinnert sich Helga Willers-Brandon.

Auch in ihrer „zweiten Heimat“, wie sie Arizona nennt, spielt der Sport immer noch eine große Rolle. Viermal in der Woche geht die 79-Jährige für zwei Stunden zum Gesundheitssport, „um fit zu bleiben“, erklärt sie. „Wettkämpfe bestreite ich heute keine mehr.“

Einen Spurt legte sie auch in ihrer beruflichen Karriere hin. Nachdem Helga Willers, so ihr Mädchenname, die Bürgerschule in Wildeshausen und später die Handelsschule in Delmenhorst abgeschlossen hatte, arbeitete sie ab 1950 in der Bremer Bank.


In den USA versuchte sie in dieser Branche ebenfalls ihr Glück, mit Erfolg: 1954 zog Helga Willers-Brandon mit ihrem damaligen Mann von New Jersey nach Arizona. „Die trockene Luft sollte gegen mein Asthma helfen“, erklärt sie und erinnert sich: Mit dem vollgepackten Auto fuhren sie zehn Tage Richtung Phoenix. „In der Stadt hielten wir bei zwei Banken.“ Spontan fragten beide nach einer Arbeit, „mein Mann in der einen, ich in der anderen Bank. Als wir rauskamen, hatten wir beide einen Job“, erzählt sie. In der Valley National Bank of Arizona stieg sie dann bis zum „Vice President“ auf und leitete mehrere Abteilungen. Gerade die „Chance, das zu machen, was einem gefällt“, liebt die 79-Jährige an ihrem Leben in den USA.

Oft zu Besuch bei Freunden

Das erste Mal zurück nach Deutschland kam sie 1964. „Seitdem besuche ich meine alten Klassenkameraden und Freunde oft“, erzählt die 79-Jährige. Nachdem sie nach 40 Jahren im „Bankbusiness“ mit 62 Jahren aufhörte zu arbeiten, nahm sie sich vor allem Zeit für die Familie: So sind ihre Tochter (55) und ihr Sohn (44) mit Partnern sowie die Enkelkinder Tori (22) und Cameron (25) gemeinsam mit Helga Willers-Brandon nach Wildeshausen gekommen.

Denn die Wahlamerikanerin hat hier für ihren Geburtstag eine große Feier geplant: „60 Freunde und Familienmitglieder sind am Sonnabend eingeladen.“ Mit Musik soll auf Gut Altona in den Geburtstag gefeiert werden.

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