WILDESHAUSEN - Die Hinterlassenschaft des II. Weltkriegs wurde bei Erdarbeiten entdeckt. Ein Teil des Inhalts war ausgelaufen.

Von stefan Idel

WILDESHAUSEN - Die Nachricht schreckte Anwohner wie Polizei gleichermaßen auf: Bombenfund in der Ratsherr-Dr.-Jacobi-Straße am Katenbäker Berg! Ausgerechnet auf dem einstigen Spiel- und Bolzplatz wurde der Sprengkörper entdeckt. Bestand jahrelang Lebensgefahr für die Jugendlichen? Sofort sperrten Polizisten die Baustellen ab und informierten den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

„Wir wollten in einer Tiefe von 1,50 Metern eine Erdwärmeleitung verlegen“, erläuterte Timo Brengelmann. Beim Aushub eines drei Meter breiten Streifens machte der Mitarbeiter des Unternehmens WST am Sonnabendnachmittag dann den Fund: „Als ich mit der Baggerschaufel den Boden ablud, rollte ein etwa 50 Zentimeter langer Metallkörper den Berg hinunter.“ Er habe gleich vermutet, dass es sich um eine alte Fliegerbombe handeln könnte.

Bereits am Sonntagmorgen war der Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort, wie die Wildeshauser Polizei erst gestern auf Anfrage mitteilte. „Es handelte sich um eine so genannte INC 30, eine etwa 15 Kilogramm schwere Phosphor-Brandbombe“, erläuterte Sprengmeister Gerd Schelberg, der an diesem Tag Bereitschaftsdienst hatte. Sprengsätze dieser Art seien in den letzten Monaten des II. Weltkriegs nicht nur über großen Städten, sondern auch im Umland abgeworfen worden. Schelberg zufolge war bei der Bombe auf dem Katenbäker Berg bereits ein Teil des Benzol-Phosphor-Gemischs ausgelaufen. Die Experten brachten den Sprengkörper in die Bunkeranlage bei Achternholt.

Wilfried Johannes, Fachbereichsleiter Bau bei der Stadtverwaltung, wies darauf hin, dass das Gelände an der Ratsherr-Dr.-Jacobi-Straße nie ein „offizieller Spielplatz“ war. Es wurde 2005 verkauft.