WILDESHAUSEN - An stadtnahes Wohnen denkt Müller. Schulgründer Rixen will im „Spascher Sand Resort“ auch ein Gründerzentrum.
Von Stefan Idel
Zum Abschluss gab Heinrich Willms von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Ratsmitgliedern einen gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg: „Diskutieren Sie ausgiebig, aber zerreden Sie die Konzepte nicht.“ Zuvor hatten zwei der verbliebenen drei Bewerber um die zivile Nachnutzung der Wittekind-Kaserne, der Wildeshauser Immobilien-Unternehmer Helmut Müller sowie Unternehmer und Schulgründer Wolfgang Rixen, ihre Konzepte vor dem Haushalts-, Wirtschafts- und Finanzausschuss erstmals öffentlich dargelegt. Unternehmer Peter Hanenkamp hatte für die Sitzung am Mittwochabend abgesagt. Die Bima verkauft laut Willms das rund 24 Hektar große Areal aber nur „im Einvernehmen“ mit der Kreisstadt.
Müller kann sich auf dem Gelände urbanes, stadtnahes Wohnen vorstellen. Sofern möglich, soll die vorhandene Bausubstanz erhalten bleiben. Das Areal sollte über die Ahlhorner Straße erschlossen werden – auch, um eine bessere Anbindung zur Innenstadt zu erreichen. In diesem „Wittekind-Park“ könnten u.a. Bildungs- und Pflegeeinrichtungen, aber auch Jugendherberge, Hotel oder der städtische Bauhof untergebracht werden. Insgesamt sollen nur 25 Prozent des Gesamtareals bebaut werden. Keinesfalls solle eine Siedlung wie in Deichhorst entstehen, so Müller. Gerade für ältere Menschen müssten aber neue Angebote gemacht werden.
Hier knüpfte auch Wolfgang Rixen, Gründer und Mäzen der Privatschule Gut Spascher Sand, an. In seinem „Spascher Sand Resort“ soll eine „in sich funktionierende Einheit“ des gemeinsamen Lebens von Jung und Alt entstehen. Das Wissen der älteren Generation müsse genutzt werden. Damit waren die Gemeinsamkeiten aber schon weitgehend aufgebraucht. Rixen will, dass in unmittelbarer Nachbarschaft zur Privatschule auf dem einstigen Kasernengelände u.a. ein Schülerdorf, Freizeit- und Sportanlagen, ein College und ein Gründerzentrum für junge Hightech-Firmen entstehen. Herzstück der Anlage ist ein öffentlicher Platz mit Bistros, Geschäften sowie einer Markthalle. Ein solches Projekt sei deutschlandweit einmalig.
„Wir müssen versuchen, hier eine andere Städteplanung zu machen“, sagte Rixen. Gerade Städte mit verwinkelten Gassen seien liebenswehrt, ergänzte Architekt Stephan Damke. Die Menschen sollten sich auf den Straßen bewegen, ohne durch Autos gefährdet zu werden. Rixen wandte sich gegen Unterstellungen, er plane eine Anlage für „Besserverdienende“ oder wolle sich mit dem Resort von der Stadt abgrenzen: „Wir wollen niemanden ausschließen.“ In einem Punkt zeigten sich die Investoren wieder einig: Zur Entwicklung des Geländes seien fünf bis zehn Jahre notwendig.
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