WILDESHAUSEN - Noch vor Weihnachten soll ein etwa sechs Meter langer Container auf die Reise in die seit der Erdbebenkatastrophe 2003 gezeichnete iranischen Krisenregion Bam geschickt werden. Auf dem städtischen Bauhof in Wildeshausen bepackten am Mittwoch Mitglieder des Vereins Kinderhilfe Bam die große Metallkiste mit Küchenmöbeln, Badeinrichtungsgegenständen wie Waschbecken oder Toiletten oder Spiegeln sowie einer gespendeten Solaranlage. Sie soll die Warmwasserversorgung und Heizung des Waisenhauses in Bam sicherstellen. Geplant hat dieses Solarprojekt die Harpstedter Energie Agentur e.V..
Läuft alles nach Plan, wird der Container im Januar im Hamburger Hafen verschifft werden, berichtete Rajabali Samadi, Vorsitzender des Vereins Kinderhilfe Bam. Vom iranischen Hafen Bandar Abbas werde der Container dann nach Bam gebracht und von zuverlässigen Mitarbeitern ausgepackt.
Noch immer könnten die Mädchen nicht ins Waisenhaus einziehen, das „Fatima und Sarah“ heißen soll. „Das Dach ist zwar auf dem Gebäude“, sagt Samadi, „doch eine rund 4000 Euro teure Glaskuppel kann noch nicht eingebaut werden.“ Der Grund: Dem Verein fehlt das Geld. Samadi: „Seit dem Juni hatten wir keine Kontobewegung mehr.“ Die letzte große Veranstaltung der Bamhilfe, die Lichterillumination des Amtshofes Harpstedt mit großem Rahmenprogramm, habe zwar 4375 Euro in die Vereinskasse gespült. Seitdem blieben aber größere Beträge aus, weiß auch Kassenwart Artur Ottawa zu berichten.
Ohnehin seien die Kosten für das Dach des Waisenhauses geradezu explodiert: Statt der eingeplanten 9000 Euro seien nun 18 000 Euro erforderlich. Samadi und Ottawa hoffen nun, dass in der Vorweihnachtszeit Firmen oder Gruppen bei ihren Weihnachtsfeiern zugunsten der Bamhilfe sammeln. „Auch kleine Beträge helfen uns weiter“, meint Samadi.
