WILDESHAUSEN - Zum Putzen der Kette hatte der Kinderkönig zu sich nach Hause gebeten. Gekommen waren rund 25 Mädchen.

von daniela Dinstbier

WILDESHAUSEN - Im Garten sind drei Zelte aufgebaut: zwei für die Eltern und die Vertreter der Gilde und eines für die Ehrendamen. Nur Kettenwart Gerd Tschöpe steht in der prallen Sonne. An den Tischen vor ihm wird bereits fleißig poliert.

Rund 25 Mädchen im schulpflichtigen Alter sind zu Kinderkönig Fabian Kemper gekommen – zum Putzen der Kette. Allerdings interessiert sich nur knapp die Hälfte der Mädchen für die Kette. Die Malecke und das Schminken sind beliebter. „In diesem Jahr ist die Ablenkung von vorn herein sehr groß“, bemerkt Tschöpe.

Für den 15-jährigen Fabian Kemper ist es zunächst etwas komisch gewesen, so viele Menschen im Garten zu haben, die er nicht kennt. „Die Hauptsache ist, dass alle hier ihren Spaß haben“, sagt der Kinderkönig.

An den Moment, in dem er die Kette umgehängt bekam, erinnert sich Kemper noch gut. „Ich hab’s geschafft“, sei es ihm damals durch den Kopf gegangen, erzählt er. Und stolz sei er gewesen, denn immerhin sei die älteste Plakette, die er an der Königskette entdeckt habe, von 1888. Morgen muss Kemper dann beim Rückmarsch die Fahne tragen, wenn der neue König proklamiert ist.


Damit dieser dann auch im neuen Glanz erstrahlt, polieren Hannah-Sophie und ihre Freundinnen fleißig die Plaketten der Kette. „Ich muss richtig schrubben, bis es wieder glänzt“, sagt die Siebenjährige. Sie ist zum zweiten Mal zum Putzen der Kette gekommen – und es macht ihr großen Spaß.

Zahlreiche Bilder zum Gildefest gibt es unter www.nwz-online.de/gildefest zu bestaunen.