WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/STI - Vertrauliche Beratung und weitere Hilfen bei Misshandlung, Vernachlässigung, sexueller und häuslicher Gewalt bietet die „Vertrauensstelle Benjamin“ nun auch in Wildeshausen an. Vielen Ratsuchenden sei der Weg nach Oldenburg zu weit, erklärten Dr. Michael Gran, Geschäftsführer des Kinderschutzzentrums Oldenburg, und Psychotherapeutin Petra Klarmann gestern. Daher bestehe nun am jedem 2. und 4. Dienstag im Monat die Möglichkeit, bei einer „offenen Sprechstunde“ von 16 bis 18 Uhr in der Villa Knagge, Ahlhorner Straße 10, in Wildeshausen, Kontakt aufzunehmen. Weiterhin seien Terminabsprachen auch unter 0441/17788 möglich.
Nur knapp 20 Prozent der Ratsuchenden, die bereits heute das Angebot in Oldenburg nutzten, kommen aus dem Landkreis. „Da die Einwohnerzahl von Stadt und Landkreis fast gleich hoch ist, können wir uns vorstellen, dass es größeren Bedarf gibt“, sagte Glan. Meist seien es Frauen und Mädchen, die Rat suchen. In 23,2 Prozent ist das Thema sexuelle Gewalt, danach folgen Misshandlung oder Vernachlässigung. „Wir registrieren leider eine deutliche Zunahme von Multi-Problem-Familien“, sagte Klarmann. Hier reiche der Bogen von Armut bis zu psychischen Erkrankungen. Die Therapeutin wies auf die Vertraulichkeit der Gespräche hin. Vor einer möglichen Anzeige werde abgewogen, ob das Kindeswohl gefährdet sei. Der Landkreis unterstützt nach Angaben von Robert Wittkowski, dem Leiter des Jugendamtes, das Kinderschutzzentrum mit 12 800 Euro im Jahr. Die „Vertrauensstelle“ sei eine gute Ergänzung zur psychologischen Beratungsstelle in der Villa Knagge. Die „offene Beratung“ sei zunächst bis Jahresende
befristet. Dann werde Bilanz gezogen.
