WILDESHAUSEN - Es sind schwierige Zeiten für Krankenhäuser in Deutschland. Die Budgets sind seit längerem von der allgemeinen Kostenabwicklung abgekoppelt, zudem macht der Fachkräftemangel bei den Ärzten sich zunehmend bemerkbar. Da trafen die Worte von Dr. Gerhard Tepe genau den richtigen Nerv an diesem Freitagmittag im Wildeshauser Krankenhaus Johanneum. „Sie sind in Wildeshausen auf einem sehr guten Weg. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen haben sie einen Grund zu feiern“, sagte der Caritasdirektor und Vorsitzende der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft auf dem Empfang im „neuen Johanneum“. Rund 170 Gäste stießen auf den Abschluss eines acht Jahre währenden Baumarathons an, in dem rund 20 Millionen Euro in die Modernisierung des Krankenhauses investiert worden sind. Die Mitarbeiterzahl verdoppelte sich fast von 250 auf jetzt 450.
Martin Kossen, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Johanneum, begrüßte viele Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter Staatssekretärin Dr. Sandra zu Klaeden und die Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Karl-Heinz Bley. Im neuen Eingangsbereich, samt der Zentralen Notaufnahme mit integrierter Funktionsdiagnostik jetzt fertig geworden, segnete Pfarrer Stefan Jasper-Bruns die Räumlichkeiten.
Nach dem Rundgang versammelten sich alle in der Cafeteria und den zusätzlichen Zelten, um ein edles Mittagsbuffet zu genießen. Zuvor wurde an die lange Geschichte der Modernisierung erinnerte. „Die heutige Einweihung ist hervorgegangen aus der ersten großen Bankenkrise aus dem Jahr 2009“, erinnerte Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt. Das Johanneum hatte damals fertig abgestimmte Pläne in der Schublade und konnte so schnell zum Zuge kommen beim Konjunkturpaket 2. Das Land Niedersachsen sagte drei Millionen Euro zu, so dass ein Projektpaket in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro geschnürt wurde. Mit 500 000 Euro beteiligte sich der Landkreis Oldenburg.
Patienten und Mitarbeiter hätten sich in bemerkenswerter Weise mit den Unannehmlichkeiten und Beeinträchtigungen während der Bauphase arrangiert, so Bartelt. „Inmitten des laufenden Betriebes ist in den letzten acht Jahren in fast allen Bereichen sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen geblieben.“ Es spreche für die hohe Identifikation der Mitarbeiter und der Mitarbeitervertretung mit dem Johanneum, dass der hohe Instandhaltungsbedarf auch durch eine Finanzierungsbeteiligung in Form einer mehrjährigen Umwidmung der Weihnachtszuwendung begleitet wurde. An diesem Sonntag, 8. Juli, stellt sich das „neue Johanneum“ an der Feldstraße in Wildeshausen bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Von 10 bis 18 Uhr gib es viele Aktionen, Informationen und Unterhaltung.
