WILDESHAUSEN - Zusammen mit 20 Auszubildenden machte ich mich Mitte März auf eine dreiwöchige Reise von Bremen aus nach Guildford, einer Stadt in der Nähe von London. Unser Ziel war es, in der Sprachschule das Englisch zu verbessern, in einem englischen Betrieb einen ersten Einblick in das Arbeiten und die englische Kultur zu erhalten.
Früh am Morgen waren alle pünktlich am Bremer Flughafen. Bereit für das Abenteuer bremsten lediglich Müdigkeit und Nervosität das Reisevergnügen. Sicher brachte uns das Flugzeug über die Nordsee nach London-Stansted. Mit dem Shuttlebus ging unsere Reise etwa zwei Stunden weiter und endete am Guildforder College. Dort erwarteten uns die Gastfamilien und brachten uns über hüglige Straßen, vorbei an alten Häusern, zu unserem neuen Zuhause.
Ich teile mir das Zimmer mit einer Klassenkameradin. Wir wurden von einem älteren Herrn, seiner Frau und den zwei Hunden sowie der leicht neurotischen Hauskatze freundlich aufgenommen. Am nächsten Morgen erwartete uns der Sprachunterricht im College. Da weder meine Mitbewohnerin noch ich über einen Orientierungssinn verfügen, besichtigten wir gleich mehr als geplant von Guildford. Dennoch erreichten wir rechtzeitig den Campus.
Nach einem Einstufungstest und einer Campusführung wurden wir in die Grundzüge der Unternehmensplanung eingeführt. Anschließend erkundeten wir die restliche Stadt und suchten unsere Arbeitsstelle. Keiner wollte am folgenden Tag zu spät erscheinen. Um 9.30 Uhr englischer Zeit war es dann soweit: Das erste Treffen mit den Kollegen stand bevor. Nervös machte ich mich auf den Weg. Die Kollegen begrüßten mich sehr freundlich, und ich wurde an meinen Arbeitsplatz gebracht. Nach einer kurzen Einführung konnte ich mit der Arbeit beginnen.
In der Mittagspause trafen sich die Kollegen in einem Pub. In England ist es nicht ungewöhnlich, zu dieser Uhrzeit mit den Mitarbeitern Bier oder Schnaps zu trinken. Anschließend gingen das Schaffen unbeschwert und lustig von der Hand. Gegen 17 Uhr war der erste Arbeitstag geschafft. Danach trafen sich die Teilnehmer des Kulturaustausches, um die gesammelten Erfahrungen zu besprechen.
In Guildford gibt es ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten, Pubs und Touristenattraktionen, wodurch es nie langweilig wird. Die Guildforder sind sehr sportliche Leute. Neben gewöhnlichen Freizeitaktivitäten werden Schlittschuhlaufen und andere Sportarten wie Cricket, Fußball oder Schwimmen angeboten. Auf Grund der geografischen Gegebenheiten bietet sich zudem das Joggen und Fahrradfahren an. Die Bewohner nutzen diese Gelegenheiten auch gerne in ihrer Mittagspause. So lassen sich die überflüssigen Pfunde, die das üppige und gute Essen bringen, einfach abtrainieren.
Entgegen dem Klischee gibt es in England sehr gutes Essen. Neben den typischen einheimischen Gerichten wie Fish and Chips, Cookies und Apple Pie besteht ein großes Angebot an internationaler Küche. Der berühmte TV-Koch Jamie Oliver hat ein Restaurant in der Stadt eröffnet und versucht, die traditionellen Gerichte wieder zu etablieren. Die englischen Backwaren und Süßspeisen verleiten zum Naschen und versüßen uns den Aufenthalt zusätzlich.
Am ersten Wochenende reiste die Gruppe mit dem Zug nach London. Nach einer Sightseeing-Tour im Roten Bus und einem Shopping-Marathon im legendären Kaufhaus Harrods war der Tag leider viel zu schnell beendet. In unserer letzten Woche stand die Universität in Oxford auf dem Besuchsprogramm, auch eine Bootstour auf der Themse wurde angeboten. Ein englischer Abend beendete den Kulturaustausch. Mit vielen neuen Eindrücken und voll bepackten Taschen traten wir die Heimreise an.
