WILDESHAUSEN - Im „Arbeitskreis Kurbad“ war die Vorarbeit geleistet worden; am Donnerstagabend votierte der Rat der Stadt Wildeshausen dann einstimmig für ein ganzes Paket an Aufträgen an die Verwaltung, um die Finanzierbarkeit eines neuen Kurbades prüfen zu lassen. Unter anderen soll mit den Stadtwerken Delmenhorst (SWD) über die Errichtung und den Betrieb eines neuen Bades durch die SWD (BAD) verhandelt werden. Diskussionsgrundlage seien die Kriterien, die vor dem Architekten-Wettbewerb zum Bad erarbeitet wurden und das Allwetterbad.
CDU applaudiert Sandkuhl
Weiterhin beauftragte der Rat die Verwaltung, die Gründung einer Anstalt Öffentlichen Rechts (AÖR) für die Errichtung und den Betrieb eines neuen Bades zu prüfen und weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu erkunden. Allein die UWG hatte bei diesen Punkten Bauchschmerzen. Ihre Fraktionsmitglieder enthielten sich der Stimme.
Großer Konsens bestand beim Auftrag an die Verwaltung, Fördermittel aus dem Bundesinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums für ein Pilotprojekt zu beantragen, wonach die Abwärme aus dem Kanalnetz sowie die überschüssige Wärme aus der Kläranlage für das Bad genutzt werden soll. Hier läuft die Bewerbungsfrist am 31. Mai ab. Ein Fachbüro soll eine Projektskizze erstellen. Alle Ergebnisse sind dem „Arbeitskreis Kurbad“ vorzustellen. Auch die IG Hallenbad soll informiert werden. Anschließend ist eine Sondersitzung des Bauausschusses mit dem Haushaltsausschuss geplant.
Traute Sandkuhl (Grüne) lobte das Engagement des Ratsvorsitzenden Uwe Leinemann (CDU), der den Kontakt zu den SWD gesucht hatte. Wichtig sei es, jetzt rasch alle Finanzierungsmodelle auszuloten, sagte sie unter Applaus auch aus der CDU-Fraktion.
Bedenken kamen aus der UWG-Fraktion. Die CDU/FDP-Gruppe sei jahrelang beim Bad „konsequent einen Zickzack-Kurs gefahren“, so Rainer Kolloge. Markus Grünloh riet, zunächst die Ergebnisse der Kernbohrungen im Hallenbad abzuwarten. Falls eine Sanierung möglich sei, wäre diese finanzielle Hürde am ehesten zu überspringen. Andernfalls werde sich auch die UWG nicht mehr gegen einen Neubau sperren.
Kritik am Beschlussvorschlag kam auch von Bürgermeister Kian Shahidi: „Die Verwaltung muss wissen, wie das Bad aussehen soll, um mit Delmenhorst verhandeln zu können.“ CDU-Fraktionschef Dr. Volker Pickart regte ergebnisoffene Verhandlungen an. Er monierte, dass die UWG im „Arbeitskreis Kurbad“ gefehlt habe, nun aber das dort erarbeitete Ergebnis kritisiere. Evelyn Goosmann, Hans-Georg Kolloge (beide SPD) und Lars Kosten (FDP) mahnten ein schnelles Verfahren an. „Vergangenheitsbewältigung bringt uns nicht weiter“, so Goosmann. Und Leinemann: „Die Bürger wollen so schnell wie möglich wieder schwimmen, nicht erst 2020.“ Hartmut Frerichs (SPD) meinte, falls man mit Delmenhorst nicht zusammenkomme, soll die Gründung einer ausgegliederten Bad-Gesellschaft geprüft werden. Letztlich brachte der Rat die diversen Arbeitsaufträge auf den Weg.
Günter Lübke neu im Rat
Zu Beginn der Sitzung wurde Günter Lübke als neues Ratsmitglied verpflichtet. Der 49-jährige CDU-Politiker, im Hauptberuf Schulleiter der BBS Am Museumsdorf in Cloppenburg, tritt die Nachfolge von Uwe Dekker an. Dieser hatte Mitte Januar seinen Verzicht erklärt. Mit dem Rückzug Dekkers wurden einige Ausschuss-Umbesetzungen notwendig. Lübke engagiert sich anstelle von Stephan Rollié im Schulausschuss.
