Wildeshausen/Landkreis - „Heimatschätze“, „Landgenuss“ und „Waldspuren“ – Diese und noch mehr neue Themenradtouren machen ab April 2020 Lust darauf, den Naturpark Wildeshauser Geest per Rad zu erkunden. Insgesamt wurden 13 Touren innerhalb des Landkreises Oldenburg neu konzipiert, hinzu kommen weitere sieben Touren aus den Gemeinden der Landkreise Vechta und Diepholz. „Zukünftig können Radfreunde also 20 verschiedene Rundtouren radeln, die alle mit eigenem Logo ausgeschildert und größtenteils mit dem Zug erreicht werden können“, berichtet Alissa Rottmann vom Naturpark. „Die bekannten Fernradweg bleiben natürlich bestehen.“
Das Angebot für Radler werde sogar noch erweitert – mit den sogenannten Knotenpunkten. Unter dem Motto „Radeln nach Zahlen“ gibt es die Möglichkeit, individuelle Routen zu fahren. Dabei helfen 170 Infotafeln mit Kartenübersicht, die an jedem Knotenpunkt-Standort zu finden sind. Die Karten informieren unterwegs außerdem über den Weg zum nächsten Bahnhof, zu schönen Rastplätzen oder auch zu interessanten Sehenswürdigkeiten.
Zwei Jahre Planungszeit
Wer möglichst schnell von A nach B kommen möchte, kann sich an der modernisierten Zielwegweisung mit Kilometerangabe orientieren. Entweder radelt man beispielsweise von Kirchhatten nach Ganderkesee auf direktem Wege oder man wählt die landschaftlich schöneren Wege, die mit einem Baum-Piktogramm gekennzeichnet sind. Offiziell eröffnet wird die Fahrradroute am Sonntag, 3. Mai. Dann wird es „Sternfahrten“ zur Klimameile auf dem „Wildeshauser Wohlfühlfest“ geben.
Das Projekt im Landkreis wird seit 2017 von Alissa Rottmann, Projektmitarbeiterin beim Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest, koordiniert. Das Planungsbüro Dieter Spradau (Rastede) hat den Auftrag für die aufwendigen Planungen übernommen sowie aktuell die Betreuung der Umsetzung. Nach fast zweijähriger Planungszeit wird seit September die neue Radwegweisung in Wildeshausen sowie den Gemeinden des Landkreises aufgebaut sowie parallel die 20 Jahre alten Wegweiser abgebaut, heißt es. Den Anfang machte der Kommunalservice in den Gemeinden Hude und Ganderkesee. Die Wegweiser entsprechen den aktuellsten Anforderungen an ein Rad-Leitsystem.
Dazu wurde das insgesamt 1200 Kilometer lange Streckennetz vom Planer abgefahren und bewertet: „Sehr schlechte Wegeabschnitte werden zukünftig nicht weiter ausgeschildert, neue Radwege sind hinzugekommen und die Übergänge wurden intensiv mit allen Nachbarstädten- und Landkreisen abgestimmt, damit Radfahrer der Wegweisung auch über die Verwaltungsgrenzen hinaus problemlos folgen können“, berichtet Rottmann. Einbezogen wurden Behörden, Landesforsten sowie die Kommunen des Landkreises. Nicht immer war es scheinbar einfach, im Schilderwald den Überblick zu behalten: So wurde beispielsweise in Sandkrug das „Druckereimuseum“ ausgewiesen, das seit Jahren nicht mehr existiert.
350 000 Euro Kosten
Die Gesamtkosten des Projekts werden nach Auskunft des Naturparks bei 350 000 Euro liegen. Die Planungskosten wurden dabei zu 50 Prozent über das europäische „Leader“-Programm gefördert; die Schilder zu 60 Prozent über das Niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (NGVFG). Den Eigenanteil teilen sich der Landkreis Oldenburg (50 %) und seine acht Gemeinden (50 %). Auf dem 1200 Kilometer langen Radwegenetz wird es zukünftig 170 Knotenpunkt-Standorte inklusive Infotafeln geben, 674 Standorte mit Pfeil- oder Tabellenwegweiser sowie knapp über 3000 kleine Zwischenwegweiser, die zum Teil an vorhandenen Pfosten befestigt werden. Über die regelmäßige Kontrolle und Pflege des Schilderwaldes soll eine Vereinbarung geschlossen werden.
