Wildeshausen - Zwei Veranstaltungen stießen auf ein großes Besucherinteresse, für die dritte Auflage am zweiten September-Wochenende im kommenden Jahr lagen bereits zahlreiche Anmeldungen und Zusagen von Sponsoren vor. Dennoch haben die Veranstalter die Landpartie „Genuss am Fluss“ für 2019 abgesagt. Die Risiken seien zu hoch, teilten Torsten Koschnitzke und Stefan Iken von der „Genuss am Fluss Event UG“ am Donnerstag mit.

An der Motivation und Leidenschaft, für Wildeshausen ein besonderes Wochenende auf die Beine zu stellen, liege es nicht, betonten beide unisono. Im Vorjahr war nach zwei verregneten Tagen das Gelände an der Alexanderkirche völlig aufgeweicht. Der Platz musste für rund 10 000 Euro wieder hergerichtet werden. Dennoch liefen die Vorbereitungen für Teil 3 von „Genuss am Fluss“ auf Hochtouren: Mit Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze hätten sich sogar zwei namhafte Musiker den Termin geblockt.

Neben dem Wetter drohte ein weiteres Risiko: Der neue, gepflasterte Weg entlang der Hunte, zwischen Kokenstraße und Herrlichkeit, dürfe selbst mit kleinen Lkw nicht befahren werden. Damit sei das Gelände für Zeltbauer und Aussteller nur beschränkt nutzbar. Mit den zu erwartenden Beschädigungen des Weges kämen auf den Veranstalter „zusätzliche, unkalkulierbare Kosten“ zu, so Koschnitzke und Iken. In Gesprächen mit der Stadt wurde die Idee geboren, mit Schotter das Gelände an der Hunte befahrbar zu machen. Doch auch hier erschien dem Veranstalter das Restrisiko zu hoch.

Bürgermeister Kuraschinski bedauerte die Absage für 2019. Die Veranstaltung sei „eine Bereicherung“ gewesen, sagte er der NWZ. Er wies darauf hin, dass die Stadt das Gelände kostenfrei zur Verfügung gestellt habe. In den Gesprächen mit Verwaltung und Politik sei der Veranstalter weder bereit gewesen, eine „Veranstalter-Haftpflichtversicherung“ abzuschließen, noch seine Kosten offenzulegen. Reparaturen an dem Weg sollte die Stadt übernehmen. „Das ist ein Fuß- und Radweg und keine Autobahn für 40-Tonner“, betonte Kuraschinski. Es sei denkbar, die Aufschotterung in das Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufzunehmen. Das sei frühestens im Jahr 2020 möglich.

Kritik am „Schotter-Plan“ kam auch vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Stephan Dieckmann: „Das ist der empfindlichste Bereich, den Wildeshausen zu bieten hat.“ Der Veranstalter müsse sich mit den Gegebenheiten an der Alexanderkirche zufrieden geben oder sich eine andere Fläche in Wildeshausen suchen.


Torsten Koschnitzke und Stefan Iken bleiben optimistisch, dass „Genuss am Fluss“ der Stadt erhalten bleibt. Sie planen nun für 2020. Dann feiert Wildeshausen das Jubiläum „750 Jahre Stadtrechte“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent