WILDESHAUSEN - Landauf, landab werden zur Zeit die Milchpreise diskutiert. Nun wurde das Thema auch vom Kreistag auf die Tagesordnung gehoben. Hierzu lud am Dienstag der Struktur- und Wirtschaftsausschuss Ernst Steenken (Hatten), den Teamleiter Oldenburg-Land des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), sowie Heiner Möhlenpage (Wardenburg) vom Kreislandvolkverband ein.
Die beiden Referenten zeigten sich einig darüber, dass der momentane Milchpreis von 21,5 Cent, den die Bauern von den Molkereien bekämen, bei weitem nicht die Kosten decke. Ernst Steenken rechnete vor, dass hierfür mindestens ein Preis von 40,1 Cent nötig wäre. Durch diese Differenz fehle den Milchbauern im Landkreis Oldenburg ein Betrag von 24 Millionen Euro, so Steenken zur NWZ . Dieser würde seiner Meinung nach auch im Landkreis investiert werden und könnte somit lokalen Handwerkern und Maschinenhändlern zu Gute kommen.
Nun wandte sich Steenken mit einem Hilferuf an den Kreistag. Wir können unsere Kredite nicht mehr abbezahlen. Die Banker wissen das, erklärte er, Wenn die Bauern aussterben, geht auch ein Stück Kulturlandschaft verloren.
Steenkens Einschätzung der Lage wollte Heiner Möhlenpage nur bedingt teilen. Für ihn sei bereits ein Milchpreis von 30 Cent rentabel. Über den Weg zur Erreichung eines höheren Preises konnten die beiden Landwirtschafts-Vertreter dabei keine Einigkeit erzielen. Steenken sprach sich für die Erhaltung und Einhaltung der Milchquote aus, wohingegen Möhlenpage die Abschaffung der Quote befürwortete.
Möhlenpage räumte der Landwirtschaft im Kreis Oldenburg grundsätzlich gute Zukunftschancen ein. Wir erreichen über 9000 Liter Milch pro Kuh. Da sieht man, wozu die Landwirte hier fähig sind, führte er aus. In der Zukunft werde die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten weiter zunehmen dank einer weltweit steigenden Zahl von Menschen. Bereits jetzt werde der Käse aus der Molkerei Ammerland in über 40 Länder exportiert.
Die Mitglieder des Fachausschusses bedauerten die Preis-Entwicklungen am Milchmarkt und versprachen den beiden Sprechern, sich bei ihren Parteien und Fraktionen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene für Hilfen einzusetzen.
