WILDESHAUSEN - Etwas Besonderes hatte sich die Realschulklasse 8 b einfallen lassen. Wahrsagerin „Esmeralda“ alias Imke Pohl legte Gästen die Karten.

Von Stefan Idel

Das sind wahre Fans: Fast 400 Kilometer – von Rotterdam bis nach Wildeshausen – fuhren Claudia Boshouwers und Monique van Deursen, um den Auftritt der Gruppe „Rapalje“ auf dem Gildefest zu erleben. „Das ist ja toll hier“, sagte Claudia, die erst einpackte, als am Pfingstsonntag gegen 17 Uhr das erste Gewittergrollen die Stimmung trübte. Die Groninger Band präsentierte Folk-Musik und bekannte Ohrwürmer auf so ungewöhnliche Weise, dass schlechte Laune beim Bummel über Wester- und Huntestraße gar nicht erst aufkam. Der Handwerkermarkt stieß erneut auf großen Zuspruch.

„Als wir die dunklen Wolken gesehen haben, wollten wir zunächst nicht losfahren“, so die Zimmerleute Hans Thölken und Kurt Töbelmann vom Handwerkermuseum Lilienthal. „Aber der Zuspruch ist großartig.“ Beide zeigte, wie früher Holzstämme gesägt wurden. Nebenan erfreute Seiler Hans-Hermann Szelljes vor allem jugendliche Mithelfer. Auch Sophia Pieper (9) und ihre Schwester Lea (5) drehten kräftig mit, um ein Springseil zu bekommen.

Zum ersten Mal dabei waren Waltraud Varelmann und Gesa Esch, die – als Moorhexen verkleidet – für eine Tour ins Goldenstedter Moor warben. „Auf die Hexennase habe ich heute verzichtet“, sagte Varelmann. Neugierige Blicke zogen auch Binsenflechter Hans-Dieter Harbers und Ehefrau Gabriela vom Drechslereibetrieb Heinz Dreesmann (Westerstede) auf sich. Die mit Haferstroh ausgestopften Binsen-Sitzflächen trügen zum Prädikat „Gesundheitsstuhl“ bei, meinte Harbers.


Neben Stempeln aus Holz, frisch gesponnener Wolle, Glaskunstwerken und Schmiedehandwerk, gab’s auf dem Markt auch Scherzartikel: Herbert Bauer präsentierte ein bunt bemaltes, aus Spanplatten zusammengesetztes Häuschen. Das „Plumpsklo“ fällt beim Öffnen der Tür auseinander. Kräftigen Applaus spendierte das Publikum auch für die Darbietungen eines Feuerschluckers.

Einen Blick in die Zukunft konnten Marktbesucher am Stand der Realschulklasse 8 b wagen: „Esmeralda“ alias Imke Pohl legte Karten und versprach Glück, Reichtum, aber auch persönliche Rückschläge. Schüler und Eltern verkauften Waffeln, Likör oder so genannte Kummerpuppen. „Es läuft wie von selbst“, lobte Klassenlehrerin Barbara Menke das Engagement aller Beteiligten. Die Klasse war bereits zum dritten Mal mit einem Stand dabei. Der Erlös sei für eine Fahrt in den Kletterwald Thüle eingeplant.

Der Altmaschinenclub „Weiße Riede” präsentierte in der Huntestraße erneut historische Maschinen. Das älteste Modell, ein Normag, stammt aus dem Jahr 1951. Für den guten Zweck hatte der Verein „Sieben Zwerge“ seinen Stand mit Glücksrad und Fädenziehen aufgebaut. In diesem Jahr konnten 365 Einzelgutscheine fürs Kinderschützenfest verteilt werden, hieß es. Mit flotten Melodien begleitete das Musikkorps Wittekind den Familientag am Sonntag und am Montag auf dem Marktplatz. Die jüngsten Besucher konnten sich bei vielen Spielen austoben.