WILDESHAUSEN - „Lebensrettende Maßnahmen sollte wirklich jeder beherrschen“, erklärt Werner Lenzschau, Jugendtrainer beim Turnverein Neerstedt und Ersthelfer. Dass sich seine Aussage am 7. November bewahrheiten sollte, damit hatte auch der 56-Jährige nicht gerechnet.
Zunächst verlief die „Grünweiße Nacht“ zum 100-jährigen Bestehen des TV Neerstedt wie geplant. „Zu Beginn fanden die Ehrungen statt, und ich stand vorn in der Gruppe“, erinnert sich Thea Freiberg, für die der Abend ein Alptraum werden sollte. „Plötzlich konnte ich meinen Mann nicht mehr sehen.“ Ihr Ehemann Günther Freiberg erlitt einen Herzinfarkt.
Auch Werner Lenzschau eilte sofort zu Hilfe. „Zwei Arzthelferinnen hatten schon den Puls gefühlt, konnten aber kein Lebenszeichen ertasten“, erinnert sich der 56-Jährige.
Ohne zu zögern, begann Werner Lenzschau mit der Herzmassage und hörte nicht auf, bis der Krankenwagen eintraf – durch seinen Einsatz rettete er dem Herzpatienten das Leben. „In so einem Fall denkt man nicht nach, man handelt einfach“, erinnert sich der Helfer. „Eine wirkliche Erleichterung war dabei die Hilfe der anderen Gäste, die den Krankenwagen riefen, Decken besorgten und den Puls fühlten.“
Dieser Vorfall bestätigte den 56-Jährigen zusätzlich in seiner Meinung: So würde sich Lenzschau wünschen, dass mehr Wert auf eine Erste-Hilfe-Ausbildung gelegt wird. „Meist kommen die jungen Menschen erst in der Führerscheinausbildung mit der Ersten Hilfe in Berührung“, weiß auch Lenzschau. „Doch schon in den Schulen sollte das Thema stärker behandelt werden. Und auch später sollten die Kenntnisse häufiger mal aufgefrischt werden.“
Schon seit 25 Jahren ist Lenzschau Jugendtrainer beim TV Neerstedt. „Für den Trainerschein musste ich bereits einen Erste-Hilfe-Kursus machen“, so der 56-Jährige. „Bei kleineren Verletzungen hat mir dieser schon oft geholfen. „Zudem sind im Katasteramt Wildeshausen, der Arbeitsplatz des 56-Jährigen, mindestens zwei Ersthelfer Pflicht – einer von ihnen ist Werner Lenzschau. „An jenem Sonnabend war ich schon heilfroh, dass ich hier regelmäßig eine Ersthelfer-Ausbildung mache.“ So will sich der 56-Jährige nun im TV Neerstedt für eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse einsetzen.
Nur durch die Herzmassage überlebte Günther Freiberg, nach Aussage der Ärzte, seinen Herzinfarkt. Nach einer Operation ist er nun auf dem Weg der Besserung. Das freut Werner Lenzschau: „Das Gefühl, geholfen zu haben, ist toll.“
