WILDESHAUSEN - Ziel sei die enge Vernetzung von Hochschulen und Firmen. Gerade Berufsanfänger nutzen Internet-Messen gerne.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Der Weg zum Traumberuf verläuft keinesfalls so rasant wie die Datenautobahn. Eine Kombination aus Buch und Internet kann aber so manche Hinweisschilder bieten, die auf die richtige Auffahrt weisen. Das zeigt die Geschichte des Klaus Resch Verlags. In den 60er Jahren am Starnberger See gegründet und dann nach Großenkneten verlagert, expandiert das Unternehmen inzwischen im Herzen von Wildeshausen. In der Heiligenstraße arbeitet ein zehnköpfiges Team um Geschäftsführer Hans-Thilo Sommer daran, Hochschulabsolventen den Karrierestart möglichst einfach zu gestalten.„Mit dem Industrieführer hat der Klaus Resch Verlag 1961 als erster ein Buch zur Jobsuche für junge Akademiker herausgegeben“, erzählt der stellvertretende Geschäftsführer Dominic Brezinski. Das Werk porträtierte Unternehmen, nannte Ansprechpartner auf der Führungsebene und veröffentlichte Stellenanzeigen. Entwickelt haben sich daraus die Bücher „Berufsstart Technik“ und „Berufsstart Wirtschaft“, die jeweils mit einer Auflage von 50 000 Stück zweimal jährlich erscheinen und gezielt an Professoren und Studenten abgegeben werden. „Wir wollen eine möglichst enge Vernetzung von Hochschulen und Firmen erreichen“, fügt Holger Arndt hinzu. In den Büchern suchen inzwischen so renommierte Firmen wie Daimler-Chrysler, Infineon, die Commerzbank oder die EWE AG ihren Nachwuchs.
Entsprechend der rasanten Entwicklung hat das Unternehmen mit dem Internetportal „www.berufsstart.de“ eine entsprechende Plattform aufgebaut. Neben Bewerbungstipps oder Veranstaltungshinweisen gibt es eine Stellenbörse mit über 10 000 Stellenangeboten. In der Bewerberdatenbank haben laut Arndt mittlerweile 25 000 Bewerber ihren Lebenslauf hinterlegt. Wer sich auf Jobsuche begibt, kann inzwischen 1500 Kunden des Unternehmens anklicken – von A wie die a+m-Unternehmensgruppe bis Z wie Zwischenland.
Als Alternative zu den bisherigen Hochschul-Kontaktmessen, die Firmen und Akademiker zusammenbringen sollen, hat das Unternehmen jetzt eine virtuelle Messe entwickelt: „www.jobfair24.de“.
So lassen sich von der Studentenbude aus leicht erste persönliche Kontakte via Chat zum erfolgreichen Berufseinstieg knüpfen. Anreise- und Übernachtungskosten, Anmeldeformalitäten und entsprechende Garderobe entfallen. In 3-D-Ansicht können Besucher mit dem „Avatar“, einem virtuellen Ich, das Messegelände betreten und Firmenstände besuchen. Wie in der realen Welt können Unternehmensdaten abgerufen und bestimmte Fragen gestellt werden. „Im Chat verfolgen die Messeteilnehmer die Antworten der Personalchefs mit“, erklärt Brezinski. „Eine umfassendere Information ist kaum möglich“, meint der 29-jährige Betriebswirt. Zumal auch keine „ungeliebten Gäste“ am Stand seien, die lediglich Werbematerial abgreifen wollten.
Unternehmen wie Aldi-Süd, Procter & Gamble oder Pricewaterhouse-Coopers stellen regelmäßig ihre virtuellen Stände bei „jobfair24.de“ auf. „Sie zeigen sich immer wieder vom hohen Niveau des Publikums beeindruckt“, sagt Arndt. Der 42-jährige Kaufmann berichtet von einer weiteren Entwicklung: Gerade Berufsanfänger, die nach zwei oder drei Jahren wieder wechseln wollen, nutzen die Messe gern. Selbst der Deutsche Arbeitskreis Personalmarketing hat „jobfair24“ bei einem Treffen zum Thema gemacht.
Inzwischen finden die virtuellen Jobmessen zehnmal pro Jahr statt. Gleichwohl besucht das Team des Resch-Verlags mindestens 80 reale Hochschulmessen pro Jahr. Persönliche Kontakte haben im Internetzeitalter keineswegs an Bedeutung verloren.
