WILDESHAUSEN - „In einem Graben haben wir sogar einen Begrenzungspfahl gefunden“, berichtete Christoph. Der siebenjährige Schüler hatte sich der Jägerschaft in Thölstedt angeschlossen, um die Landschaft von Unrat zu befreien. Sie luden auch alte Farbeimer, Kabelreste und Altpapier auf den Anhänger. Erneut fanden sich am Wochenende wieder viele Helfer zusammen, um bei der Aktion „Saubere Landschaft“ in Wildeshausen mitzumachen.

Allein der Hegering Wildeshausen trug beim Großreinemachen in seinen Revieren mehrere Anhänger mit achtlos weggeworfenem Müll zusammen: „Fernseher, Staubsauger, Lampen, selbst eine Heckenschere“, zählte Andreas Michels, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering, nur einige „Fundsachen“ auf. „Wir entdecken immer mehr Wohlstandsmüll im Wald“, berichtete Michels. Dazu gehörten nicht nur die Reste der Fast-Food-Ketten. Von den gesammelten Reifen hätte man etliche Autos bestücken können. Selbst Kinderspielzeug, darunter zwei Tretautos der Marke „Bobby-Car“, Bekleidung oder Altpapier fanden die Jäger. Wenig Verständnis zeigte auch Frank Stöver, der mit Ralf Großmann, Eike und Rolf Stöver, Markus Wulf und Otto Kersten von der Jägerschaft Hanstedt-Aldrup mehrere Stunden lang gesammelt hatte. „Die Leute können doch gleich ihren Schutt zur Abfallentsorgung nach Neerstedt bringen“, meinte Stöver. Er lud unter anderem ein großes Netz und eine verrostete Tonne ab. Neben den etwa 60 Vertretern der Jägerschaften betätigten sich auch die Wachkompanie der Schützengilde sowie Bewohner der Diakonischen Wohnheime Himmelsthür an der Aktion. „Wir hätten heute sogar eine Kneipe aufmachen können“, sagte Hausmeister Frank Lohmann. Rund um den Krandel sowie an der B 213 fand die Gruppe unter anderem einen kompletten Einkaufskorb mit verdorbenen Lebensmitteln sowie ein Firmenschild.

Innerhalb kürzester Zeit waren die Container beim Bauhof proppevoll. „Es wurde sogar noch ein Container mehr als im vergangenen Jahr gefüllt“, berichtete Michels. Kurz nachdem der Bauhof als zentrale Annahmestelle für den gesammelten Unrat um 16 Uhr seine Pforten geöffnet hatte, rollten die Fahrzeuge mit den gefüllten Anhängern beinahe im Minutentakt aufs Gelände. Die Bauhof-Mitarbeiter Hans-Hermann Wohlers und Friedhelm Eilers halfen beim Abladen und versorgten die fleißigen Müllsammler zur Stärkung mit Bockwürsten und Getränken.

Auch in diesem Jahr wartet eine weitere Belohnung auf die Teilnehmer der Aktion „Saubere Landschaft“. Bis zum 23. Mai können sie das Ergebnis ihrer Sammlung bei der Stadt Wildeshausen melden. Die besten Leistungen werden später vom Landkreis mit Prämien honoriert.