WILDESHAUSEN - Im Sommer machte der braungelbe Heideblattkäfer den Pflanzen zu schaffen. Nun beginnen die Maßnahmen zur Regeneration der Flächen.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Die Förster sagen dem gefräßigen Heideblattkäfer den Kampf an. Zu Jahresbeginn haben weitere Maßnahmen zur Regeneration der Heideflächen am Pestruper Gräberfeld begonnen, wie das Forstamt Ahlhorn auf Anfrage bestätigte. Der Heideschnitt sei mit der Naturschutzbehörde des Landkreises abgesprochen worden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres ließen die Förster vergraste Teilflächen und abgestorbene Heide auf befahrbaren Arealen mähen. „Jetzt folgt die Handarbeit auf den Grabhügeln“, sagte Forstamtssprecher Lutz Petershagen.

Im Herbst mussten Experten – wie berichtet – Alarm schlagen: Im südlichen Bereich des Gräberfeldes hatte Revierförster Klaus Benthe großflächig absterbende Heidebereiche entdeckt. Auch eine Studie des Bremer Biologen Axel Bellmann bestätigte: Der unscheinbare, fünf bis sechs Millimeter große braungelbe Käfer und seine Larven haben die Heide zum Fressen gern. Bei starkem Befall könne der Heideblattkäfer während eines Sommers mehr Heidekraut als eine große Schafherde vertilgen. Nach Angaben der Experten sind in Teilbereichen bereits bis zu 40 Prozent der Pestruper Heideflächen zerstört oder bereits in Mitleidenschaft gezogen.

Im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme entfernen Mitarbeiter des Europa-Zentrums Nordwest e.V. (EZN) in Brettorf unter Anleitung von Ahlhorner Forstwirten die Pflanzenteile. Der Rückschnitt soll, so die Fachleute, zu einem erneuten Austreiben der Pflanzen führen und gleichzeitig für den im Oberboden liegenden Heidesamen günstige Bedingungen für das Keimen im Frühjahr schaffen.

Läuft alles nach Plan, könnte das Pestruper Gräberfeld mit blühender Heide auch in diesem Jahr wieder zu einer Touristenattraktion ersten Ranges werden.