WILDESHAUSEN/NEERSTEDT - Auch die Lohnunternehmen stehen in den Startlöchern. Sie rechnen mit Sonderschichten oder Engpässen.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN/NEERSTEDT - Die lang anhaltende „Eiszeit“ macht den Landwirten zu schaffen: „Bei zahlreichen Früchten, darunter Kartoffeln gibt es erheblich Verzögerungen“, sagt der Wildeshauser Ortslandwirt Franz-Josef Dasenbrock unter Hinweis auf die lang anhaltenden Minustemperaturen. Die Bauern seien mit dem Saatbeginn so spät dran, wie seit 13 Jahren nicht mehr, meinte Dasenbrock. Die ganze Vegetation verzögere sich.

„Die Winterfrucht ruht“, erklärte der 41-jährige Ortslandwirt, der insgesamt 57 Hektar bestellt. Die Wintergerste habe gelb abgefrorene Spitzen; der Mais sei leicht bläulich gefärbt. In vielen Maisflächen würden Tauben nach Nahrung suchen, hat Dasenbrock beobachtet. Er glaubt aber nicht an eine nachhaltige Schädigung des Naturhaushalts. „Wir hatten keine extreme Frostperiode.“ Die Wurzeln seien in der Regel ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt worden; meist habe auch eine Schneedecke die Pflanzen geschützt. Grundsätzlich würden es die Bauern auch gern sehen, dass ein lang anhaltender Winter die Insektenpopulation in Grenzen hält. Probleme sieht Dasenbrock bei Sonderkulturen wie Kartoffeln oder Zuckerrüben. Die finanziellen Auswirkungen seien noch unklar.

Auch die landwirtschaftlichen Lohnunternehmen sorgen sich um die Verzögerungen durch den langen Winter. „Sobald der Boden befahrbar ist, werden wir gebraucht“, erklärt Reiner Spille, Geschäftsführer der Johann Kuhlmann GmbH in Neerstedt. Er rechnet mit Engpässen und Sonderschichten auf den Feldern. Sollte es am Wochenende Regen geben sollte, würde es wieder nichts mit dem Saisonstart. „Dabei wollen wir, dass es jetzt endlich losgeht.“