WILDESHAUSEN/OLDENBURG - „Das kann ich eigentlich besser“, dachte sich Ingrid Otten. Seit längerem beobachtete die Finanzökonomin Anlageberater, die mit tollen Marketingslogans Produkte verkaufen. Nicht alles hilft dem Kunden wirklich weiter. Nach mehr als 22 Jahren in einer Bank wagte Otten den Weg in die Selbstständigkeit: als zertifizierte Honorarberaterin.

Gemeinsam mit dem Wildeshauser Christoph Schließke (42), der ebenfalls seit Jahren in einem heimischen Geldinstitut tätig war, gründete die einstige Angestellte im Juli vergangenen Jahres die Firma „FPO Finanzplanung & Honorarberatung Oldenburg GmbH“ (FPO). Im neuen Dienstleistungszentrum im Oldenburger Gewerbegebiet Tweelbäke (DZO) wurden Räume frei. Die Finanzexperten griffen zu. „Es gibt dort einen gemeinsamen Empfang, Dienstleistungen wie Postverteilung oder Sekretariatsarbeiten werden erledigt“, lobt die 48-Jährige die gute Infrastruktur. Der Weg zur Gründung einer GmbH sei aber zunächst steinig gewesen. „Da haben wir Bürokratie live erlebt“, kann Schließke nun die Klagen seiner früheren Bankkunden besser nachvollziehen.

Und als es dann endlich losging, schwappte die Finanzkrise aus den USA herüber. „Aber keinesfalls zum Nachteil“, erzählt Otten. Viele Anleger fühlten sich von ihren Banken falsch beraten. Getreu dem Motto „Gut beraten statt teuer verkauft“ setze die Firma FPO auf eine unabhängige Beratung. Denn Honorarberater verlangen anders als Banken für die Beratung Geld, sind dafür aber vollkommen unabhängig von Bank- und Konzerninteressen und beraten neutral im ausschließlichen Interesse des Mandanten. Die Honorarberatung stellt zurzeit in Deutschland noch ein Nischenangebot dar. Die Finanzkrise habe dazu geführt, dass die Honorarberatung in den letzten Monaten von einer bisher nicht gekannten Nachfrage gekennzeichnet war.

„Uns ist vor allem die Kostentransparenz wichtig“, betont Otten. Ein unverbindliches Erstgespräch, verbunden mit einer Unternehmenspräsentation, sei kostenlos, ehe es ins Eingemachte gehe.

Ziel der Beratung sei es, maßgeschneiderte Konzepte zu finden. „Wir wollen eine langfristige, individuelle Vermögensstruktur für unsere Kunden schaffen“, erklärt die zertifizierte Finanzplanerin Otten. „Gerade jetzt in der Krise ist es wichtiger denn je, seine Kapitalanlagen überprüfen zu lassen und gegebenenfalls neu aufzustellen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Keiner weiß, wie lange die Krise noch anhält“, so Schließke. Über ihre Honorare geben sie öffentlich keine Auskunft. Und was raten sie? Es gebe keinen „Tipp des Tages“. „Die Verbraucher sollten vor allem Produkte kaufen, die sie auch verstehen.“