WILDESHAUSEN - Er gehört nicht nur zu den ältesten Bürgern der Kreisstadt; er ist zugleich das älteste Mitglied der Wildeshauser Schützengilde: Bernhard Kolhoff wird an diesem Freitag 98 Jahre alt. Er trat 1966 in die Gilde ein und hat die Mitglieds-Nummer 1395.
Zwar ist Generalmajor Hans Spille, der bereits 1932 der Bruderschaft beigetreten ist, das „dienstälteste“ Gildemitglied. Er ist aber „erst“ 95 Jahre alt, wie aus der Geburtstagsliste hervorgeht.
Kolhoff wurde in Südmoslesfehn (Gemeinde Wardenburg) geboren. Er lebt aber schon „seit ewigen Zeiten“, wie er selbst erzählt, in Wildeshausen. Kolhoff war als Maurer bei der früheren Firma Grashorn tätig. „Ich habe jedes Jahr ein Haus gebaut“, erzählt er. „Das war damals eine Tätigkeit fürs ganze Jahr“, wundert sich das Geburtstagskind über die rasante wirtschaftliche Entwicklung. Sein eigenes Haus an der Pestruper Straße hat er mit viel Eigenarbeit erstellt. Kolhoff war zweimal verheiratet. Aus erster Ehe hat er zwei Kinder. Seine zweite Ehefrau Irmgard, mit der er einen Sohn hat, starb vor zehn Jahren. Mit ihr teilte er viele Hobbys, etwa das Kegeln oder die Gartenarbeit. Und er ist sehr sportbegeistert. Gern sieht er sich im Fernsehen Boxen und die Formel 1 an. Seit kurzer Zeit lebt Kolhoff in der „Brunnengasse“ des Alexanderstifts.
Noch im vergangenen Jahr ist das Mitglied der Ratskompanie mit dem Kremser zum Königsschießen in den Krandel gefahren. „Seit der Mitgliedschaft in der Gilde bin ich auch mit ausmarschiert“, erzählt Kolhoff stolz. „Da treffe ich immer viele alte Bekannte.“ Und natürlich genehmige er sich auch ein Bierchen. Auf den Papagoy hat er in all den Jahren nicht geschossen. „Das sollen lieber andere machen“, lacht er.
Auch in diesem Jahr liegen Frack, Zylinder, Fliege und Handstock schon bereit. „Ich würde gern wieder zum Krandel“, freut sich Kolhoff. Aber erst wird in kleiner Runde Geburtstag gefeiert.
