WILDESHAUSEN - Gern erinnert sich der 39-Jährige an seine Zeit mit dem Kanu auf der Hunte zurück. In Sydney arbeitete er am Olympischen Dorf mit.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Beim Wort „Greenpeace“ fallen dem interessierten Bürger vor allem spektakuläre Aktionen wie das Anketten vor Werkstoren oder Behinderungen von Walfängern auf hoher See ein. Dafür riskieren die Aktivisten der Umweltschutzorganisation nicht selten ihr eigenes Leben. Einer von ihnen ist der einstige Wildeshauser Sven Teske. Heute gehört der 39-jährige Diplom-Ingenieur zur Führung von Greenpeace International. Er leitet das Programm für „erneuerbare Energien“.An seine Jugend in der Wittekindstadt erinnert sich Teske, der heute mit Ehefrau Kerstin und Sohn Travis (7) in Hamburg lebt, gern zurück. „Jede freie Minute habe ich beim Wassersportverein mit Rudern und danach mit Kanutouren verbracht“, sagt der einstige Schüler der Wallschule. Nach der Mittleren Reife machte er in Oldenburg eine Ausbildung zum Offset-Drucker. Später holte er das Fachabitur nach. Seine Eltern, Brigitte und Peter Teske, sowie Bruder Kai-Uwe leben noch heute in Wildeshausen.
Bereits während seiner Ausbildung engagierte sich Sven Teske ehrenamtlich bei Greenpeace und absolvierte ein spezielles Trainingsprogramm. „Mit Schlauchbooten haben wir in der Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik Schiffe abgedrängt“, erläutert er, „bis in den Pazifik habe ich es leider nicht geschafft.“
Bereits während des Studiums in Wilhelmshaven wählte er sich die erneuerbaren Energien zum Schwerpunkt. Gemeinsam mit Partnern baute der Ingenieur in Fedderwardergroden eine Windenergie-Testanlage. Heute leitet Teske, der seit 1994 bei Greenpeace fest angestellt ist, von Amsterdam aus die internationale Energie-Kampagne der Organisation.
Zu seinen beruflichen Höhepunkten zählt der Wildeshauser seine Mitarbeit im Team „Green Olympics“ bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. In der australischen Millionenstadt wurden das Olympische Dorf und die Sportstätten nach baubiologischen Vorgaben erstellt. Gemeinsam mit Partnern gründete Teske „Greenpeace Energy“, den nach eigenen Angaben mit rund 25 000 Kunden zweitgrößten Ökostrom-Anbieter Deutschlands.
Die Kampagne der Organisation für erneuerbare Energien führt den 39-Jährigen zurzeit nach Südostasien und in den Nahen Osten. „Erstmals seit der Gründung wurde Greenpeace jetzt erlaubt, sich öffentlich in Ägypten zu präsentieren“, berichtet er nicht ohne Stolz.
