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Ratsherren Schlagen Alarm Wie bekommt Wildeshausen das Mikroplastik aus dem Abwasser?

Wildeshausen - Mikroplastik sei eine Katastrophe. Mikroplastik sei ein ökologisches Problem, weil es Schadstoffe an sich binde und in die Nahrungskette gelange. Die könnten sich auch in den Körpern der Menschen anreichern. So haben es die beiden UWG-Ratsherren Thomas Johannes und Rainer Kolloge beschrieben, als sie am Dienstagabend im Finanzausschuss ihren Antrag begründeten, warum die Stadt Wildeshausen dringend eine weitere Reinigungsstufe in die Kläranlage einbauen sollte.

Über Gebühren umgelegt

Diese Absicht hat die Stadt bereits im städtischen Haushalt für 2019 und 2020 berücksichtigt, wie Kämmerer Thomas Eilers bei den Haushaltsberatungen berichtete. Doch so lange möchte die UWG nicht warten. Sie will die neue Klärstufe möglichst um ein Jahr vorziehen. Das soll die Stadtverwaltung nun prüfen. Zum einen gehe es darum, so Eilers, ob sich eine Firma findet, die die Klärstufe so kurzfristig bauen kann, zum anderen, ob die Kosten noch in die Gebührenkalkulation für 2018 eingearbeitet werden können. Denn solch eine Investition schlägt sich auf die Abwassergebühren der Bürger nieder. „Das sollte es allen wert sein“, sagte Johannes. „Wir müssen auch an unsere Kinder und Enkel denken.“ Grünen-Ratsherr Klaus Schultze unterstützte eine schnelle Umsetzung.

Während Jens-Peter Hennken (CDU) erst einen Fachmann zu dem Thema hören möchte, bezweifelte Marko Bahr (FDP), ob die Reinigungsstufe überhaupt nötig ist. Letztlich waren sich aber alle einig, wie es Stephan Rollié (CDU) formulierte, „dass die Stadt etwas tun muss und nicht zu lange gewartet werden sollte“. So empfahlen die Ausschussmitglieder schließlich einstimmig, die Klärstufe spätestens 2019/2020 zu planen und zu realisieren. Dafür sollen 275 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Die Gemeinde Dötlingen, die auch an der Wildeshauser Kläranlage hängt, ist mit 43 900 Euro dabei.

Kleiner als fünf Millimeter

Experten beobachten mit Sorge neben dem Problem der Nitratbelastung auch die Belastung des Abwassers mit Arzneimittelrückständen und Mikroplastik. Bei Mikroplastik handelt es sich um Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie stammen aus industriell hergestellten Produkten wie Duschgels und Zahnpasta oder aus dem Zerfall größerer Plastikteile.

Im Landkreis Oldenburg verfügt nach Angaben von Wildeshausens Klärwerksmeister Matthias Schnieder noch keine Kläranlage über die Reinigungsstufe. Gute Erfahrungen würden damit aber schon in der Kläranlage Oldenburg gemacht. Dort werde Mikroplastik mittels einer sogenannten Tuchfiltration aus dem Abwasser „gefischt“. Dort könne die Mikroplastikfracht um 97 Prozent reduziert werden.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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