Wildeshausen/Rechterfeld - Das Wildeshauser Unternehmen Wilhelm-Burmeister-GmbH zahlt ab 1. September seine Gewerbesteuer in der Nachbargemeinde Visbek. Die Spedition für Futtermittel eröffnet am 25. August im Industriegebiet „Heide“ in Rechterfeld ihr neues Domizil. Seit 66 Jahren lang firmiert der Betrieb an der Kokenstraße in Wildeshausen. Das dortige Geschäft für Heimtierbedarf bleibt bestehen.

„Wir haben in Wildeshausen kein passendes Grundstück gefunden, weil es keine Industrieflächen mehr gibt“, erklärten am Montag die Geschäftsführer Wilhelm (57) und Philipp (30) Burmeister. Der Wirtschaftsförderer der Stadt habe ihnen zwar verschiedene Angebote gemacht, lobten sie, doch die hätten alle in Gewerbegebieten gelegen. Und dort wäre der Speditionsbetrieb an den Lärmimmissionen gescheitert. „Unsere erste Schicht beginnt morgens um vier und geht bis mittags, die zweite von mittags bis Mitternacht“, erklärte Wilhelm Burmeister. Diese Zeiten seien nur in einem Industriegebiet möglich. Und das besitze die Stadt Wildeshausen nicht, äußerten Vater und Sohn Kritik an der langen Realisierungsphase des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes Wildeshausen-West nahe der A 1. Somit habe sich die Firma in der Nachbarschaft umgeschaut. Visbeks Bürgermeister habe sie schließlich auf das Industriegebiet Heide aufmerksam gemacht.

Dort kaufte die Firma 5500 Quadratmeter plus eine Option für weitere 2000 Quadratmeter. Entstanden sind eine Lkw-Halle für kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten, ein Bürotrakt, Sozialräume und eine Hygiene-Schleuse. „Die Hygiene-Standards sind auch für Speditionen hoch“, sagte Philipp Burmeister und erinnerte an die jüngste Geflügelgrippe. Das gesamte Gebäude sei so angelegt, dass im Falle einer Expansion der Bürotrakt und in der Halle der Sozialtrakt aufgestockt werden könnten. Die Investition liege bei einer Million Euro.

In Rechterfeld befindet sich Burmeister mit seinen drei Lkw und zehn Mitarbeitern in unmittelbarer Nähe seines Hauptauftraggebers Mega Tiernahrung, einem Hersteller von Geflügelfutter aus der PHW-Gruppe und Lieferant von Wiesenhof. Es gebe aber auch andere Auftraggeber, so Philipp Burmeister. Der Radius, in dem Futtermittel geliefert und geholt werden, liege zwischen der Nordseeküste und Osnabrück sowie dem Emsland und Stade.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg