WILDESHAUSEN - In den nächsten 20 Jahren sollen 3,7 Millionen Kubikmeter Sand gewonnen werden. Zwei Seen entstehen, die aber abgesperrt werden sollen.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Lastwagen mit Sand sind in der Bauerschaft Glane kein ungewöhnlicher Anblick. Bereits seit Jahren wird in der Wildeshauser Landgemeinde abgebaut. Nun hat die Dötlinger Firma Glaner Sandkontor (GS) mit der Erschließung einer insgesamt knapp 37 Hektar großen Abbaufläche westlich der Amelhauser Straße begonnen. Innerhalb der kommenden 20 Jahre sollen rund 3,7 Millionen Kubikmeter Sand gewonnen werden.Nach der landesplanerischen Feststellung Anfang März 2005 sei das Vorhaben mit den Erfordernissen der Raumplanung und des Umweltschutzes abgestimmt worden. Die Nachbarn wurden informiert. „Das Verfahren verlief recht unaufgeregt“, bilanzierte Bernd Lögering, der Leiter des Amtes für Naturschutz beim Landkreis Oldenburg. Um die Anlieger – insbesondere in der Wiekau – vor Lärm zu schützen, soll ein etwa drei Meter hoher Wall aufgeschüttet werden. „Er wird nach dem Ende der Maßnahme wieder entfernt“, berichtete Frank Fuseler, Landschaftsplaner beim Oldenburger Planungsbüro Ingwa. Es hatte die Umweltverträglichkeitsstudie zum Sandabbau in Glane erstellt.
Um dem Naturschutz Rechnung zu tragen, sollen Fuseler zufolge Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle erfolgen. Erster Kreisrat Rolf Eilers hatte bereits im vergangenen Frühjahr vor dem Umweltausschuss des Landkreises klargestellt, dass alle erforderlichen Bestimmungen eingehalten werden (die NWZ berichtete).
Die Firma Glaner Sandkontor beabsichtigt, bis zu 25 Meter tief zu buddeln. Der Mutterboden wurde bereits beiseite geschoben. Um das Gebiet westlich der Kreisstraße 242 von Wildeshausen nach Huntlosen zu erschließen, erstellt das Unternehmen derzeit zusätzlich eine Baustraße. Nach dem Sandabbau sollen dort zwei Seen entstehen, einer 16 Hektar groß, der andere sieben. „Dazwischen liegt eine Erdgasleitung“, berichtete Landschaftsplaner Fuseler. Daher seien Mindestabstände einzuhalten.
Gerüchte, hier könnte eine neue Badelandschaft entstehen, verwiesen die Verantwortlichen bei Stadt und Kreis ins Reich der Fabeln. Nach dem Sandabbau soll rund um die Gewässer eine Dornenhecke gepflanzt werden. Auch ein Zaun soll ungebetene Besucher von der Anlage fern halten.
