WILDESHAUSEN - „Jeder Wechsel hinterlässt Spuren“, so Wolfgang Sasse nach der Wahl zum neuen Vorsitzenden des größten Vereins in der Kreisstadt Wildeshausen, dem VfL Wittekind, am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung im Hotel Wolters. Dass dieser auch im Positiven enden, dafür wollen Sasse und seine neue Vereinsmannschaft in den nächsten Jahren sorgen.

Doch bevor es zur Wahl des neuen Vorsitzenden kam, hatte der seit über 40 Jahren im Vorstand des VfL streitende Willi Erdmann, wie lange angekündigt, seinen Hut gezogen und sich aus der Führungsetage des 1813 Mitglieder starken VfL verabschiedet. „Altersbedingt ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem man für Jüngere entsprechend Platz machen sollte“, so Willi Erdmann während der Sitzung, zu der sich 73 stimmberechtigte Mitglieder eingefunden hatten.

Bevor es zur Wahl kam, stellte Sasse, Orgateam-Leiter im Deutschen Handballbund, die im Vorfeld erarbeiteten personellen und satzungsbedingten Veränderungen vor. Als Bedingung für seine Wahl und Arbeit sah der neue Vorsitzende, die Umbesetzung des Personalkarussells wie folgt vor: Künftig gibt es einen stellvertretenden Vorsitzenden mit Schwerpunkt Finanzen, besetzt durch Ottmar Jöckel, plus einen weiteren stellvertretenden-Vorsitzenden Organisation und Recht (Eckhard Stolz). Abgeschafft wurden die so genannten gleichberechtigten Vorsitzenden. Ferner gehört weiterhin zum geschäftsführenden Vorstand Geschäftsführer Hubert Schlüter. Die Posten Schriftführer und Kassenwart werden künftig intern über die Geschäftstelle besetzt. Dies obliegt Schlüter. Deshalb dankte Sasse auch der langjährigen Schriftführerin Theresia Wolcke sowie der ersten Kassenwartin Gisela Lehmkuhl für die Arbeit in den vergangenen Jahren.

Zum Vorstand gehören ferner die neu gewählte Jugendwartin Ute Dietz (vorher Axel Kalbreyer) und die wiedergewählte Frauenwartin Gerda Meyer. Ebenso wählte der Vorstand die von den einzelnen Abteilungen vorgeschlagenen Abteilungsleiter Ottmar Jöckel (Fußball), Waldemar Köbke (Handball), Christoph Hülsmann (Turnen), Henrik Goedeke (Tischtennis) und Lothar Schulz (Volleyball).

Hatte im Jahresbericht Geschäftsführer Schlüter noch von einem Minus in Höhe von 2695 Euro berichtet, hauptsächlich verursacht durch die 100-Jahr-Feierlichkeiten im vergangenen Jahr, meinte Sasse dazu: „Eigentlich kommt der VfL mit seinen Finanzen aus. Unser Auftrag ist die Sanierung der Haushalte in den nächsten zwei bis drei Jahren, damit wir unseren Sport ohne Zinsen und Abträge finanzieren können.“ Damit sprach er die Verbindlichkeiten aus dem Krandelbau (noch 76 000 Euro) an. Weiter dazu: Die Folgekosten für den Energieeinsatz würden den Verein aufzehren. Sasse signalisierte den Willen der Stadt, der anwesende Bürgermeister Kian Shahidi bestätigte dies, einen einmaligen Energiezuschuss von 25 000 Euro zahlen würde, da grundsätzlich die Nutzung der Sportstätten kostenlos sei (Gleichheitsgrundsatz). Die Bildung von Rücklagen und die Klärung der Frage, wem das Sportplatzgebäude nach der Bezahlung tatsächlich gehöre, seien Fragen, die sich weiter aufdrängen würden.


Einher ging mit den Vorstandsveränderungen auch eine notwendige Satzungsänderung, die verabschiedet werden konnte. Inhalt: Änderung der Vorstandsposten, des Vereinszweckes (auch Spielgemeinschaften), Aufnahmegebühr gegen Beitragssparer. Am Ende wurde Erdmann zum Ehrenvorsitzenden ernannt.