WILDESHAUSEN - Meterlange Messerbalken, Schaufelräder und ein 120 Kubikmeter großer Motor raspelten Schilf unter Wasser: Der Unterwasser-Mäher von Landmaschinen Schröder ersetzte in den 1950er Jahren die Kraft von vier Männern. Heimatforscher Dirk Faß aus Sage stieß jetzt per Zufall auf die alten Bilder von der genialen Ingenieursleistung eines Maschinenbaumeisters der Firma Landmaschinen Schröder in Wildeshausen. Daraufhin verabredete er sich mit Firmenseniorchef Hermann Schröder. Und der 81-Jährige erinnerte sich am Mittwoch noch gut an die damaligen Umstände: Die Ahlhorner Fischteiche waren in der Nachkriegszeit noch in staatlicher Hand und völlig verunkrautet. Der Schilfwuchs war mit Sensen kaum zu bewältigen.
Erster Versuch scheitert
Der damalige Verwalter Wilhelm Mrosk kannte ein Gerät aus Ostpreußen, das unterhalb der Wasseroberfläche mähen konnte. 1953 beauftragte er Maschinenbauer Helmut Langhorst von der Firma Schröder mit der Anfertigung einer solchen schwimmenden Maschine.
Doch beim Stapellauf scheiterte das ehrgeizige Projekt. Nachdem die Maschine mit einem Lastwagen nach Ahlhorn gebracht worden war, kenterte das Boot, sobald es im Wasser war. Das Messerwerk wog mit einigen Zentern zu viel. Die Längsseite des Mähwerks maß 2,40 Meter. Zusätzlich war ein weiterer Balken von einem Meter Länge senkrecht angebracht, so dass Unkraut an beiden Seiten des Bootes vorbeigeführt wurde.
Langhorst tüftelte weiter. Dabei nutzte er Zusatztanks von englischen und amerikanischen Jagdflugzeugen für den Auftrieb des schweren Geräts. Während des Krieges hatten die Jagdbomber die leeren 200 Liter fassenden Tanks abgeworfen. Langhorst nutzte sie, um den Wasserstand des Bootes nun genau zu regeln. Das „Mäh-Boot“ funktionierte und konnte nun Unkraut zwischen 10 und 80 Zentimeter tief unter der Wasseroberfläche schneiden.
Einer der besten Mitarbeiter
Der 81-jährige Hermann Schröder weiß noch heute, welche Verbesserungsvorschläge sein Maschinenbauer gemacht hat. 1939 begann er seine Ausbildung als Landmaschinenmechaniker bei Schröder und blieb der Firma über 49 Jahre treu. Von 1943 bis 1945 war er eingezogen und absolvierte danach seine Meisterprüfung. „Er war einer unserer besten Mitarbeiter“, stufte Schröder Senior ihn ein.
