WILDESHAUSEN - Der Wassersportverein Wildeshausen hatte Politiker zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Flusslandschaft Hunte“ eingeladen, um über geplante Flusslaufveränderungen, Naturschutz und Kanutourismus zu informieren. Der Hintergrund: Während alle anderen Anrainergemeinden an der Planung mitgearbeitet haben und Geld investieren wollen, hat die Stadt Wildeshausen bisher eine Mitarbeit abgelehnt. Kurz vor der Informationsveranstaltung hat nun allerdings ein Umdenken bei einigen Ratsmitgliedern eingesetzt (die NWZ berichtete).
Umweltingenieurin Marion Himmel, gleichzeitig Kanutin im Wassersportverein, ist in allen einzelnen Arbeitskreisen von „Flusslandschaft Hunte“ vertreten und stellte die Fakten vor.
Nach ihren Aussagen geht es bei dem Projekt nicht um die rein kanusportliche Seite, sondern um eine naturnahe Gestaltung des Huntetals und eine Verbesserung für die gesamte Naherholung. Altarme werden wieder an die Hunte angeschlossen, was Fischen einen neuen Lebensraum erschließt. In ökologisch unsensiblen Bereichen sind Rad- und Wanderwege geplant, während die ökologisch wichtigen Gebiete vom Tourismus nicht gestört werden sollen. Wenn man an einzelnen Stellen Stege zum Aus- und Einsteigen baut, verhindert man, dass die anderen Uferbereiche betreten werden. So können Menschen ein Gespür für die Schönheit einer Landschaft bekommen, während gleichzeitig die sensiblen Bereiche der Natur geschützt werden.
Himmels Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion an. Claudia Olberding vom Verkehrsverein Wildeshausen glaubt, dass durch diese Maßnahmen die Attraktivität Wildeshausens gesteigert würde und Tages- und Übernachtungsgäste länger in der Stadt gehalten würden. Unter den anwesenden Politikern und Wassersportlern wurden auch mögliche Probleme angesprochen, etwa dass kommerzielle Veranstalter angekündigt haben, zukünftig den Oberlauf der Hunte stärker zu nutzen und dass Stege zum Ein- und Aussteigen – außer auf Wildeshauser Gebiet – bald gebaut werden. Das würde für Wildeshausen bedeuten, dass Bootsanhänger am Wildeshauser Wehr, am „Gymnasiumssteg“ (Melkerbrücke/Burgberg) ungeregelt parken und die Zufahrten versperren würden. Die Boote müssten dann an der Evronbrücke über die Straße getragen werden, was für den Straßenverkehr nicht gewollt sein könne.
Klar wurde, dass eine Lenkung im Bereich Wildeshausen eine ungeregelte Entwicklung im Vorfeld verhindern und damit langfristig sogar Kosten sparen kann, zumal alle im Rahmen des Projektes „Flusslandschaft Hunte“ durchgeführten Maßnahmen stark gefördert werden.
