Wildeshausen - Zur Vorbereitung auf die Erweiterung und Modernisierung des Krankenhauses Johanneum in Wildeshausen starten an diesem Dienstag vorbereitende Arbeiten. Dazu werden Bäume im Bereich „Bettenhaus Ost“ und dem Krankenhaus-Parkplatz an der Deekenstraße gerodet, wie die Geschäftsführung des Klinikums kürzlich mitteilte. Ebenso wie viele Naturschützer aus der Region will auch die Krankenhaus-Leitung nach eigenen Angaben die ortsbildprägende Blutbuche vor dem Johanneum an der Visbeker Straße erhalten.

Ein von der Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen im Naturschutzbund (Nabu) in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt, dass die jahrzehntealte Buch in gutem Zustand ist. Der alte Baum sei „erstaunlich gut beisammen“, schreibt der Gehölz-Sachverständige Helmut Titschack aus Hude-Vielstedt in seiner Expertise, die unserer Zeitung vorliegt. Das Solitärgewächs zeige zwar Mangelerscheinungen im Kronenmantel; aber es gebe augenscheinlich keinerlei Pilzbefall. Weiter heißt es in dem Gutachten: „Diese über 100 Jahre alte Blutbuche hat ortsbildprägenden Charakter, ist geschichtsträchtig mit der Kreisstadt verbunden und erfüllt wertvolle Wohlfahrtsfunktionen für uns Menschen und unsere Umwelt. Kein seriöser Baumsachverständiger kann vorhersagen, was in der nächsten Dekade so alles passiert. Das aktuelle Erscheinungsbild der Buche ist allerdings gut! Es lässt noch auf viele gesunde und verkehrssicherungstechnisch unproblematische Jahre schließen – es sei denn, jemand verbaut dem Baum seinen derzeitigen Lebenseinzugsbereich. Diesen gilt es unbedingt zu schützen.“

Der Sachverständige bestätige damit die Einschätzung der Naturschützer, so Nabu-Sprecherin Marianne Bernhard-Beeskow im Gespräch mit der NWZ. Die Nabu-Ortsgruppe hatte Unterschriften für den Erhalt der geschichtsträchtigen Blutbuche gesammelt. Es sei geplant, im Laufe dieser Woche die aktuelle Liste an die Krankenhausleitung zu übergeben.