WILDESHAUSEN - Mitte Dezember 202 wurde der Betrieb an der Daimlerstraße aufgenommen. Seitdem wurde bereits angebaut.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - „Wäscht nicht sauber, sondern rein“ oder „Weißer als weiß“. Abgegriffene Reklamesprüche wie diese mag man in der Wildeshauser Wäscherei Leibscher gar nicht gern hören. „Wir wollen eindeutig mehr“, sagt Geschäftsführer Frank Leibscher. Und so liefert das Unternehmen nicht nur 1a gesäuberte Wäsche an die inzwischen mehr als 60 festen Kunden im Umkreis von etwa 100 Kilometern aus, sondern bietet zudem zahlreiche Dienstleistungen an. Das fängt beim Wäsche-Leasing für Hotels an und hört mit einem individuellen Waschdienst für Alten- oder Pflegeheime auf. Die einzelnen Wäsche-Pakete erhalten Banderole und einen strichcode, um sie persönlich zuzuordnen.Der Aufbau der Firma ist vor allem die Erfolgsgeschichte einer Familie: Vater Udo Leibscher war Betriebsleiter der Wäscherei in den Diakonischen Werken Himmelsthür. „Mit der Aufgabe dieses Betriebsteils war klar, dass wir uns selbstständig machen“, sagt Textilreinigermeister Frank Leibscher. Am 7. Dezember 2001 schlossen die Türen an der Heilstättenstraße; am 21. Januar 2002 nahmen Leibschers ihren Waschbetrieb in der eigenen Firma in der Daimlerstraße auf. Sieben Himmelsthür-Mitarbeiter wurden übernommen; heute hat das Unternehmen 28 Mitarbeiter, davon die Hälfte fest angestellt. Leibscher gilt als besonders behindertenfreundlicher Betrieb.
Vor vier Jahren mit etwa fünf Kunden gestartet, gelang es, kontinuierlich neue Aufträge zu akquirieren. Ein weiterer Ausbau wurde erforderlich. Anfang Juni wurde eine 1250 Quadratmeter große Halle fertiggestellt. Der Maschinenpark des mit dem Hygiene-Zertifikat ausgezeichneten Betriebes reicht von einer großen Dampfkesselanlage bis zur 270-Kilo-Waschschleudermaschine. Die Waschstraße ist für eine Gesamtwaschleistung von 900 Kilogramm pro Stunde ausgelegt. „Es wäre eine tägliche Menge von 7,2 Tonnen möglich“, sagt Frank Leibschers Bruder Stefan, der ebenso wie Mutter Marlies Leibscher im Betrieb fest eingebunden ist.
Täglich verbraucht die Wäscherei Leibscher 34 Kubikmeter Wasser und 500 Kubikmeter Gas; pro Woche werden etwa 700 Kilo Waschmittel benötigt. Um die Kosten zu senken, soll in naher Zukunft ein Tank eingebaut werden, damit das Wasser mehrfach genutzt werden kann. Natürlich hat Leibscher eigene Lastwagen, um die saubere Wäsche an sechs Tagen in der Woche ausliefern zu können.
Zu den Kunden gehören 3- bis 5-Sterne-Hotels, zahlreiche Gastronomie-Betriebe sowie Wohn- und Pflegeheime. Zwar nennt Frank Leibscher seine Auftraggeber nur ungern, verrät aber zugleich: „Wenn in Hannover Messe ist, müssen wir bereits morgens um 6 Uhr die Schmutzwäsche abholen und die gesäuberte spätestens um 6 Uhr des Folgetags ausliefern.“ Und nicht nur bei Belastungen während der Messe-Zeit ziehe das Personal mit.
Noch arbeitet Leibscher an der Daimlerstraße im Ein-Schicht-Betrieb, doch bei weiterem Wachstum werde eine zweite notwendig. Frank Leibscher: „Das bedeutet auch Neueinstellungen.“ Gemeinsam mit Bruder Stefan denkt der 28-Jährige darüber nach, das Wäsche-Leasing auszuweiten. Auch die so genannte „Pro-Senior-Sortierung“, wonach jeder Bewohner eines Alten- oder Pflegeheims sein persönliches Wäschepaket abgeben kann, gilt als Erfolgsmodell. Die Wäscherei ist in diesem Bereich mit zwei Häusern gestartet; mittlerweile sind es elf. Das kann nach Ansicht der Familie Leibscher durchaus so weitergehen.
