Wildeshausen - Die „Wildeshauser Initiative für Radverkehr“ (WIR) denkt darüber nach, eine Bürgerbefragung zur Einführung einer Fußgängerzone in der Wildeshauser Innenstadt durchzuführen. „Sollten sich die Bürger mehrheitlich für eine Fußgängerzone in der Westerstraße aussprechen, haben Verwaltung und Rat jahrelang gegen den Bürgerwillen entschieden“, erklärte WIR-Sprecher Frank Poppe am Mittwoch.

Die Initiative setzt sich seit langem für bessere Bedingungen für den Radverkehr in Wildeshausen ein. Regelmäßig gibt es Touren unter dem Schlagwort „Critical Mass“, so auch am vergangenen Freitag. Die Teilnehmer fahren dabei auf ihren Zweirädern durch die Stadt und nutzen wegen der Größe der Gruppe vorrangig die Straßen. Hintergrund ist aber auch der Klimaschutz. „Feinstäube, Stickoxide und vor allen Dingen Lärm gefährden in zunehmender Weise die Gesundheit“, so Poppe. „Deshalb sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese Emissionen zu reduzieren.“

Aus Sicht der Initiative WIR benötigen die Wildeshauser Bürger im Stadtzentrum „unbedingt“ eine Ruhezone zum Einkaufen und zum Entspannen. Dafür sei die Westerstraße hervorragend geeignet. Der Fahrradverkehr sollte dann dort in einem bestimmten Straßenabschnitt zugelassen sein. Für den Lieferverkehr müsse es feste Zeiten geben. Für den Besucherverkehr seien ausreichend Parkplätze in Nebenstraßen vorhanden. Auch der Gildeplatz und die Parkpalette seien gut zu erreichen. „Eigentlich gibt es keine Gründe, das Projekt nicht sofort anzugehen“, hieß es.

Das sieht der Handels- und Gewerbeverein (HGV) anders. „Wildeshausen ist für eine Fußgängerzone zu klein“, erklärte HGV-Sprecher Tom Lagerpusch auf Anfrage unserer Zeitung. Die Einführung einer Fußgängerzone wäre existenzbedrohend für die Betriebe der Innenstadt. Kommunen von der Größe Wildeshausens, die eine Fußgängerzone eingerichtet hätten, seien mit dem Umbau gescheitert, betonte Lagerpusch.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent