WILDESHAUSEN - Eine der am stärksten belasteten Kreuzungen in Wildeshausen – der Knotenpunkt Kaiserstraße/ Pestruper Straße / Am kleinen Esch – soll nach jahrelanger Diskussion endlich entschärft werden. Mit großer Mehrheit stimmten der Schulausschuss sowie der Bau- und Umweltausschuss am Donnerstagabend für einen Umbau der Kreuzung mit Abbiegespuren und Ampelanlage. Die Vertreter von UWG und Grünen sind gegen die Planung.
Wie Franz Pfeiffer vom Planungsbüro Thalen Consult erläuterte, seien sowohl auf der Kaiserstraße wie auf der Pestruper Straße in Richtung Kaiserstraße Linksabbiegespuren geplant. Dort hätte ein Gelenkbus von etwa 18 Metern Länge Platz. Geh- und Radwege seien gut 4 Meter breit. „Bislang gibt es aber noch keine lichttechnische Berechnung oder eine fertige Ampelplanung für den Bereich.“ Für den Umbau der Kreuzung müsste das Denkmal an der Kaiserstraße um zwei Meter nach hinten versetzt werden.
Mittel stehen im Haushalt
Lars Kosten (FDP) regte an, den Fußweg auf der Westseite der Kaiserstraße um einen Meter zu verbreitern. „Die Fläche gehört uns doch.“ Ein Haus in der Nähe der Kreuzung hatte die Stadt im vergangenen Jahr für 110 000 Euro erworben. Es soll abgerissen werden. Karin von Elbwart (CDU) forderte, die „unendliche Geschichte“ abzuschließen. Aus ihrer Sicht war es ein Fehler, die Kaiserstraße so eng zu planen.
Hermann Hitz (UWG) sagte, die Schulwegsicherheit würde sich drastisch verschlechtern. Die neue Kreuzung würde zusätzlichen Verkehr anziehen. „Dann wird man wohl auf eine Autobahnplanung zurückgreifen?“ Zudem würden die Immobilien an dieser Ecke drastisch an Wert verlieren. Heiner Spille (UWG) erklärte, der Flächenverbrauch sei zu groß. Christoph Wach (Grüne) glaubt nicht, dass die Kreuzung den Verkehr schlucken werde.
Nach Angaben der Verwaltung wurde das Bauvorhaben in das Mehrjahresprogramm des Landesverkehrsministeriums aufgenommen. Sollte der Antrag positiv beschieden werden, erwarte die Stadt den Förderbescheid Anfang 2012, so Bauamtsleiter Ulrich Fortmann. Stefan Brors (CDU) wies darauf hin, dass die Gesamtherstellungskosten von 220 700 Euro bereits im Haushalt stehen. Es solle zeitnah gebaut werden.
Zuvor hatten die Mitglieder der Fachausschüsse die Schulen bereist. „Die Dachsanierung der Realschul-Sporthalle muss ganz oben auf die Prioritätenliste rücken“, forderte Schulausschuss-Vorsitzender Uwe Leinemann (CDU). In die Halle dringe Feuchtigkeit ein; es gebe bereits Schimmelstellen. Besonders kritisch werde es, wenn Deckenplatten herab fallen. „Da muss kurzfristig etwas passieren“, sagte Brors. Einstimmig nahmen die Ausschüsse den Entwurf der Prioritätenliste für die Schulsanierungen zur Kenntnis.
