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Versorgung Wenn gleichzeitig acht Ärzte Urlaub machen...

Uta-Maria Kramer

WILDESHAUSEN - Als Heino E. (Name von der Redaktion geändert) am Dienstag wegen einer starken Erkältung einen Termin bei seinem Hausarzt Dr. Fokko Röder vereinbaren wollte, landete er auf dem Anrufbeantworter. Der teilte ihm mit, dass die Praxis wegen Urlaubs geschlossen sei, und er sich – wegen des Ärztemangels in dieser Woche – nur in dringenden Fällen an die Vertretungsärzte Dr. Volker Kuhlmann und Dr. Manuela Sehrt wenden solle.

Ähnlich ging es all denen, die sich in dieser Woche einen Termin in den Hausarztpraxen Lange, Saathoff, Windeler oder in der Gemeinschaftspraxis Ebbinghaus/Carspecken holen wollten. Seit Mittwoch ist zumindest Dr. Walter Werner wieder am Start, der zum Teil schon seit Montag als Vertretungsarzt genannt worden war.

„Wenn ein Arzt Urlaub macht, muss er nur dafür sorgen, dass eine andere Praxis die Vertretung macht“, stellt Helmut Scherbeitz, Geschäftsführer der Bezirksstelle Oldenburg der Kassenärztlichen Vereinigung, klar. Wenn eine Praxis die Vertretung für mehrere andere übernehme, sei das rechtlich auch in Ordnung. „Man hat ja seine Erfahrungen, und weiß, dass in den Ferien viele Patienten verreist sind“, so Scherbeitz.

„Natürlich war am ersten Tag nach dem Urlaub mehr los als sonst, aber das ist ganz normal“, so Dr. Werner im Gespräch mit der

NWZ

 . Man müsse Verständnis für die Ärzte haben, die auch mal zusammen mit ihren Familien Urlaub machen wollten, um dann wieder gestärkt an die Arbeit zu gehen. Ohnehin sei längst nicht jeder Arztbesuch zwingend notwendig. „Nirgendwo gehen die Patienten so häufig zum Arzt wie bei uns in Deutschland“, gibt Dr. Werner zu bedenken. Falls es aber doch mal jemanden richtig erwischt habe, sei es in seiner Praxis selbstverständlich, dass „derjenige noch am selben Tag versorgt wird, auch wenn er mal etwas warten muss.“

Auch Dr. Kuhlmann bekam als Vertretungsarzt die Vielzahl der abwesenden Kollegen zu spüren. „Ich hatte morgens um 7 Uhr schon 23 Patienten da“, erzählt er. Ärgerlich seien natürlich fehlende Absprachen oder die Tatsache, dass eine Gemeinschaftspraxis in den Ferien komplett schließe. Aber generell könne er jeden verstehen, der zum Ende des Quartals in Urlaub gehe. „Die meisten Kollegen haben ihr Soll dann längst erfüllt und müssen für jeden zusätzlichen Patienten eine Strafzahlung leisten“, so Kuhlmann. Arbeit werde bestraft.

Generell kritisiert Kuhlmann die politischen Rahmenbedingungen, die nicht nur den jetzt aktiven Ärzten viel Mühe bereiteten, sondern es auch schwer machten, Nachfolger für Mediziner zu finden, die in den Ruhestand gingen. „Ich werde meine Praxi zum 30. Juni schließen und konnte trotz intensiver Bemühungen keinen Nachfolger finden“, bedauert er.

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