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VfL Wittekind Sportvereine und Politik an einem Tisch

WILDESHAUSEN - Der größte Sportverein der Stadt, der VfL Wittekind, hat einen Sportentwicklungsplan für Wildeshausen eingefordert. „Es geht nicht immer nur um Bebauungspläne“, sagte VfL-Vorsitzender Wolfgang Sasse am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung vor etwa 85 Mitgliedern und zahlreichen Ehrengästen, darunter Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. Benötigt werde ein Konzept für alle Generationen. Auch ältere Menschen hätten ein Recht darauf, sich in gut gepflegten Sportstätten bewegen zu können. Sasse warnte die Stadt davor, 30 000 Euro bei den freiwilligen Leistungen zu kürzen. „Wer entscheidet denn letztlich, was sozial ist?“ Die Sportvereine dürften sich in der Debatte nicht gegenseitig ausspielen lassen.

Alle Vereine an den Tisch

Shahidi sowie die anwesenden Ratsvertreter Christa Plate (CDU), Hartmut Frerichs (SPD) und Markus Grünloh (UWG) bestätigten die Notwendigkeit eines Sportentwicklungsplans. „Schulen und Sportstätten sind das Allerwichtigste“, wies Plate auf die Beschlüsse zum Neubau der St.-Peter-Halle und des Hallenbades hin. „Wir wollen nur ein Prozent bei den freiwilligen Leistungen sparen“, rückte Frerichs die Beschlüsse gerade. Shahidi betonte, zur Kreisstadt gehöre ein umfangreiches Sportangebot. Vereine, Verwaltung und Politik sollten gemeinsam Lösungen suchen. Angesichts der Finanzlage sei eine „Deluxe-Variante“ aber nicht machbar.

Rein rechnerisch fehle weiterhin eine Halle in Wildeshausen, erklärte Detlef Mentel, Vorsitzender des SC Wildeshausen. „Wir brauchen einen Sportentwicklungsplan, keinen Sportabwicklungsplan“, warb er dafür, auch die Neubürger zu integrieren.

Einstimmig ermächtigte die Versammlung den geschäftsführenden Vorstand, bei Verhandlungen mit der Stadt den Vertrag über die Verwaltung der Krandel-Sportanlage vorzeitig zu kündigen. Pro Jahr erhalte der VfL rund 62 000 Euro von der Stadt an Unterhaltungskosten. Das sei knapp bemessen, so Sasse. In dieser Summe sei noch kein Cent zur Tilgung des Darlehens enthalten, das der Verein seinerzeit für die Renovierung des Sportgebäudes aufnehmen musste. Pro Monat überweise der VfL rund 1100 Euro an die Bank. Aus Sicht Sasses ist es ohnehin problematisch, dass der Darlehnsvertrag bis Ende 2014 läuft, der Vertrag mit der Stadt über die Krandel-Verwaltung aber nur bis Ende 2011. Hier soll eine Anpassung erreicht werden. Für im vergangenen Jahr getätigte Maßnahmen im Krandel, darunter Baumfällarbeiten, ist noch eine Rechnung von rund 10 000 Euro bei der Stadt offen. Die Schuld solle möglichst gestundet werden. Falls die von der Stadt zur Verfügung gestellten Mittel zur Krandel-Unterhaltung nicht mehr ausreichen, gab die Versammlung dem Vorstand freie Hand, dort die Investitionen zu stoppen.

Beiträge steigen ab 2011

Einstimmig wurde der geschäftsführende Vorstand mit Sasse und seinen Stellvertretern Ottmar Jöckel (Finanzen), Eckhard Stolz (Recht & Organisation) und Geschäftsführer Hubert Schlüter im Amt bestätigt. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder und der Ehrenrat wurden wiedergewählt. Ute Dietz gab das Amt der Jugendwartin auf. Die „Stelle“ bleibt vorerst vakant.


Nach sechs Jahren steigen ab Januar 2011 die Mitgliedsbeiträge. Hier stimmte die Versammlung der Anhebung von im Schnitt 1 Euro pro Monat zu. Der Familienbeitrag steigt von 16 Euro auf 18 Euro pro Monat. Ein Erwachsener, beispielsweise in der Fußballabteilung, zahlt künftig monatlich 10 Euro.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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