Wildeshausen/Vossberg - Für Horst Dietz ging zum Jahresende ein Traum in Erfüllung: „Ich wollte schon immer Leiter einer Straßenmeisterei werden“, sagt der 61-jährige Wildeshauser Bauingenieur. Seit Anfang des Monats ist er Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen an der B 213 in Vossberg. Dort ist der Bauoberamtsrat Chef von 38 Mitarbeitern.

Dietz hat in Oldenburg studiert. Im Rahmen seiner Ausbildung für den gehobenen bautechnischen Dienst war er bei einigen Autobahnmeistereien, so auch in Wildeshausen unter Eckhard Wendler. Seit 33 Jahren ist Dietz in der Straßenbauverwaltung des Landes tätig, zuletzt war er Fachbereichsleiter für Straßenbetriebsdienst und Verkehr im Regionalen Geschäftsbereich Oldenburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Sein Amtsantritt in Vossberg fällt in die Zeit der Reform der Bundes-Fernstraßenverwaltung. Künftig wird die „Infrastrukturgesellschaft für Autobahnen und andere Bundesfernstraßen“ (IGA) sämtliche Aufgaben in Bezug auf Autobahnen übernehmen. Wildeshausen wird ab 2021 eine reine Autobahnmeisterei. Die Kreis- und Landesstraßen werden dann von der Straßenmeisterei Delmenhorst in Urneburg (Gemeinde Ganderkesee) betreut. Sieben Straßenwärter aus Dietz’ Team wechseln.

Derzeit werde kräftig in den Straßenbau investiert. „Im Bereich zwischen Groß Ippener und Brinkum sind wir in der Endphase zur Erneuerung der Autobahn“, berichtet Dietz. Noch in der ersten Jahreshälfte werden die Parkplätze Delmetal-Nord und -Süd an der A 1 im Bereich der Gemeinde Prinzhöfte fertiggestellt. Auf jeder Seite der Autobahn entstehen 50 zusätzliche Lkw-Stellplätze. Vor dem Abschluss stehen die Arbeiten zur Erneuerung der Mittelschutzplanke zwischen Wildeshausen-West und dem Dreieck Ahlhorn. Weit fortgeschritten seien die Bauvorbereitungen für zwei neue Parkplätze an der A 1 in Höhe Engelmannsbäke (Gemeinde Großenkneten). Die Bäume wurden bereits gefällt. Anfang 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen, weiß Dietz.

Auch wenn täglich etwa 80 000 Fahrzeuge über die A 1 im Bereich Wildeshausen rollen: Ein sechsspuriger Ausbau liege noch in weiter Ferne, selbst wenn im Bedarfsplan des Bundes noch von 2030 die Rede ist. Notwendig seien ein teurer Grunderwerb sowie diverse neue Brücken. „Das ist nicht mal eben so gemacht“, spricht der Meisterei-Leiter aus langjähriger Erfahrung.


Und welche Kreisstraße sollte dringend saniert werden? „Die K 286 zwischen Prinzhöfte und Havekost“, sagt Dietz spontan. Hier werde der Landkreis 2019 aber seine Hausaufgaben machen und Fahrbahn samt Radweg sanieren. Kreisweit stehen insgesamt 39 Straßenbaumaßnahmen auf der Agenda.

Gut vorbereitet sei das Team der Autobahn- und Straßenmeisterei, falls „Väterchen Frost“ in diesem Winter hart zuschlagen sollte: 1600 Tonnen Salz lagern in der vor wenigen Jahren gebauten Halle. Über ein Silo können die Streufahrzeuge rasch befüllt werden. Manchmal bedauert es Dietz, dass er keinen Lkw-Führerschein hat. „Sonst könnte ich bei Glätte ebenfalls im Streudienst fahren.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent