WILDESHAUSEN - Eigentlich sollte der etwa sechs Meter lange Container mit Hilfsgütern, den Mitglieder des Vereins Kinderhilfe Bam für ein Waisenhaus in der iranischen Stadt gepackt hatten, schon vor Weihnachten auf den Weg in die seit der Erdbebenkatastrophe 2003 gezeichnete Region geschickt werden. Doch die Spenden flossen eher spärlich, wie Vereinsvorsitzender Rajabali Samadi berichtete. Dank der Unterstützung der Lindemann-Stiftung stehe der Reise nun aber nichts mehr im Weg. Am Donnerstag prüften Mitarbeiter des Hauptzollamts Oldenburg auf dem städtischen Bauhof in Wildeshausen Inhalt und Frachtpapiere.
„Für den Iran gibt es strenge Embargo-Vorschriften“, erläuterten Wilfried Hoffmann und Silke Hillebrand vom Zollamt. Da es sich um Hilfsgüter handele, müsse der Container verplombt werden. Der Inhalt der Kiste, die im März in Hamburg verschifft werden soll: Küchenmöbeln, Badeinrichtungsgegenstände sowie eine aus Mitteln von Bingo-Lotto angeschaffte Solaranlage. Sie soll die Warmwasserversorgung und Heizung des Waisenhauses in Bam sicherstellen.
Wie Samadi erklärte, werde der Container vom iranischen Hafen Bandar Abbas nach Bam gebracht und dort von zuverlässigen Helfern ausgepackt. Noch immer könnten die Mädchen nicht in das 600 Quadratmeter große Waisenhaus namens „Fatima und Sarah“ einziehen. „Es fehlt das Geld für ein 16 000 Euro teures Lichtband auf dem Dach“, sagte Samadi. Bis jetzt habe die Kinderhilfe Bam rund 69 000 Euro in das Gebäude investiert. Auf Spenden sei man weiterhin dringend angewiesen (Konto: 1500 800, BLZ 280 662 14), sagte Kassenwart Artur Ottawa.
Um das Waisenhaus-Projekt weiter voranzutreiben, plant die Bamhilfe nach Angaben ihre Vorsitzenden ein Benefiz-Essen mit persischen Gerichten. Es soll im Café Johanneum stattfinden.
