WILDESHAUSEN - Die dramatische Situation in der Baumaschinen-Industrie zwingt die Wildeshauser Traditionsfirma F. Weyhausen offenkundig zum Handeln. „Wir werden uns von 30 Mitarbeitern trennen“, bestätigte Geschäftsführer Helmut Lorch am Mittwoch auf NWZ -Anfrage. Betroffen seien nicht nur Kollegen aus der Produktion, sondern auch aus der Verwaltung.
Lorch und der zweite Geschäftsführer Rainer Noack haben nach eigenen Angaben stundenlang mit dem Betriebsrat nach einer Lösung gesucht. „Es gibt eine soziale Komponente“, betonte der Geschäftsführer. Er wolle sich aber nicht zu Details der Vereinbarung äußern. Am Standort Wildeshausen verblieben noch 170 Mitarbeiter.
„Die Krise war vor einem Jahr in keinster Weise vorhersehbar“, betonte Lorch. „Es konnte sich niemand vorstellen, dass es so weit kommt.“ Zum Teil habe es vor Jahren Umsatzzuwächse von 25 Prozent gegeben. Nun habe nahezu die komplette deutsche Baumaschinen-Industrie im ersten Halbjahr einen „sehr, sehr starken Absatzeinbruch“ hinnehmen müssen. Der Absatz von F. Weyhausen sei in Deutschland auf dem Niveau von 2004/2005 gelandet. Auch der Export habe angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise sehr stark nachgelassen. Eine Erholung sei „in absehbarer Zeit nicht zu erwarten“. Lorch wies darauf hin, dass der heimische Maschinenbauer bereits seit Monaten Kurzarbeit fahre. Die Entlassung der 30 Mitarbeiter sei unumgänglich geworden.
Der Unternehmen produziert eigenständig Baumaschinen für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche – vom Wege und Straßenbau bis hin zum Damm- und Deichbau. Neben dem Stammsitz in Wildeshausen hat F. Weyhausen noch ein Tochterunternehmen in Ungarn, das verschiedene Baukomponenten fertigt. Unter dem Markennamen „Atlas“ bekannt sind vor allem die Radlader sowie die Walzenzüge, die weltweit zum Einsatz kommen. Nicht nur Länder in Osteuropa, auch die USA gehören zu den Exportländern. Noch vor drei Jahren hatte Weyhausen in neue Produktionslinien investiert, unter anderem für die Walzenmontage.
