WILDESHAUSEN - Die Firma Atlas Weyhausen will in den kommenden Jahren rund 10 Millionen Euro am Standort Wildeshausen investieren. Das kündigten die beiden Geschäftsführer Helmut Lorch und Klaus Brunkhorst am Freitag bei einem Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers Jörg Bode (FDP) bei dem Spezialisten für Radlader und Walzen an. „Wir wollen am Standort wieder mehr Know-how aufbauen“, erklärte Brunkhorst.
Bode war auf Einladung der FDP-Kreistagsfraktion mit Ernst-August Bode an der Spitze und des FDP-Stadtverbandes unter Leitung von Horst Dietz nach Wildeshausen gekommen. Zahlreiche FDP-Politiker, darunter der Landtags-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr und die Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst, begleiteten den Minister bei dem Besuch. Die Atlas-Manager erläuterten die 40-jährige Unternehmensgeschichte in Wildeshausen. Hier beschäftigt die Firma 192 Mitarbeiter. In diesem Jahr sollen 1576 Einheiten die Hallen verlassen. Die Umsatzerwartung liege bei 70 Mio. Euro, hieß es.
Um die Abläufe zu optimieren, hat Atlas Weyhausen kürzlich rund 200 000 Euro in die Umstellung der Produktion investiert. Gern würde das Unternehmen auf dem Gelände an der Visbeker Straße eine hochmoderne Lackieranlage bauen. Um die geschätzten Investitionskosten von rund 5 Mio. Euro aufbringen zu können, hoffe man auf Beihilfen vom Land. „Obwohl wir ein Familienbetrieb sind, erhalten wir aber derzeit keine Förderung wie ein klein- oder mittelständischer Betrieb“, so Brunkhorst, „weil unser Tochterunternehmen Kapos in Ungarn dazugerechnet wird.“ Ein Neubau der Lackierhalle in Ungarn sei dagegen problemlos möglich. Es gäbe sogar Zuschüsse.
Kreis-Fraktionschef Bode appellierte an den Minister, sich des Themas anzunehmen und die Förderung zu prüfen. Offenbar scherten sich andere Länder weniger um die EU-Förderrichtlinien. Der Minister selbst wollte sich inhaltlich nicht äußern: „Das Thema wird heiß diskutiert.“ Es sei nächste Woche wieder im Wirtschaftsausschuss des Niedersächsischen Landtags.
Nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 seien die Auftragsbücher bei Atlas inzwischen wieder gefüllt, berichteten Lorch und Brunkhorst. Weil es aber Lieferschwierigkeiten für bestimmte Baukomponenten gab, habe man die Produktion nicht wieder voll hochfahren können. Im Gegenteil: Bis Mai dieses Jahres sei man zur Kurzarbeit gezwungen gewesen. Brunkhorst lobte in diesem Zusammenhang die schnelle Reaktion der Politik in der Wirtschaftskrise. Dank der Kurzarbeiterregelung habe man flexibel reagieren können und Mitarbeiter halten können.
