WILDESHAUSEN - Das Gewerbegrundstück an der Visbeker Straße in Wildeshausen, unmittelbar gegenüber dem „Hagebau-Markt“, ist begehrt. Mit der Firma Hoge Elektrotechnik und der Helmut Müller GmbH haben gleich zwei Interessenten bei der Stadt angeklopft. Das rund 8300 Quadratmeter große Areal (eine Teilfläche ist im Besitz der GEG) liegt zudem an der späteren Entlastungsstraße für den Westring.
Kein einfacher Fall für die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses (BU), die am Donnerstagabend eine Vorentscheidung für die Vergabe treffen sollten. Die Arbeitsgemeinschaft Müller Immobilien und Wildeshauser Stahlbau hatte sich die Fläche reservieren lassen, bis zum Stichtag 1. August aber nicht das von der Stadt verlangte „städtebauliche Konzept“ vorgelegt. Helmut Müller plant ein „Wildeshauser Dienstleistungszentrum“ für junge Handwerker und Dienstleister. Im vorderen Bereich der Visbeker Straße ist ein Hotelbereich mit 40 Zimmern in zweigeschossiger Bauweise mit ansprechender Optik geplant. Dies geht aus den Unterlagen hervor, die Müller inzwischen nachgereicht hat.
Seit einiger Zeit liegen die Pläne von Tim Hoge vor, der dringenden Erweiterungsbedarf für seinen Betrieb mit 20 Mitarbeitern hat (dieNWZ
berichtete mehrfach). Alternative Flächen scheiden nach Firmenangaben aus. Nach der Präsentation im Ausschuss lobte Uwe Dekker (CDU) beide Konzepte, der Plan Hoges sei allerdings baureif. Außerdem werde ein heimischer Betrieb am Ort gehalten.BU-Vorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) versuchte, zwischen den Parteien zu vermitteln. Er regte an, kurzfristig einen Runden Tisch mit den Investoren einzuberufen, mit dem Ziel, die Fläche zu teilen. „Ich möchte gern beide Firmen bedienen“, so Frerichs, Denkbar wäre, eine rund 12 000 Quadratmeter große Fläche zu teilen. „Mit dem Kompromiss hätte ich gut leben können“, sagte Müller am Freitag derNWZ
. Er könne sich sogar vorstellen, dass durch Handwerkerhof und Hotel mittelfristig 200 Arbeitsplätze entstehen würden.Nach einer Sitzungsunterbrechung empfahl die Ausschussmehrheit, Hoge den Zuschlag zu erteilen. Drei Ausschussmitglieder stimmten dagegen. Die Fläche, die im Bereich des B-Plans „Am Grauen Immenthun“ liegt, soll für 18 Euro pro Quadratmeter verkauft werden. Die notwendigen Erschließungsarbeiten zur Verlegung von Schmutz- und Regenwasserkanalisation in Höhe von 80 000 Euro müssen laut Stadtverwaltung im Haushalt 2011 berücksichtigt werden. Der Verwaltungsausschuss will in nicht-öffentlicher Sitzung bald darüber entscheiden, ob die Firma Hoge Wirtschaftsfördermittel erhält.
