WILDESHAUSEN - Das Amtsgericht Delmenhorst hat am Freitag offiziell das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Wildeshauser Autohauses Denker, vertreten durch den Geschäftsführer Ralph Michael, eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Bremer Rechtsanwalt Berend Böhme bestellt. Er übernahm am Freitagnachmittag nach einer Besprechung mit den Mitarbeitern die Geschäfte.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sind die Gläubiger aufgefordert, bis zum 27. April ihre Forderungen anzumelden. Wie Böhme der NWZ sagte, leiten die Gläubiger derzeit Forderungen in Höhe von knapp 400 000 Euro ab. Das Unternehmen an der Harpstedter Straße, ein Opel-Service-Partner, soll bis zum 31. Mai fortgeführt werden.
Derzeit seien noch fünf Mitarbeiter in der Firma beschäftigt. Es lägen Aufträge für die nächsten 14 Tage vor, sagte Böhme. „Angesichts der Lage der Automobilindustrie ist das eigentlich recht gut.“ Alle Arbeiten und Aufträge würden zur Zufriedenheit der Kunden abgewickelt. Wie Böhme sagte, gebe es aber außer Klaus Denker, der die Firma aufgebaut und 1996 an seinen Sohn Jens abgegeben hat, derzeit keinen ernsthaften Interessenten. Jens Denker hatte das Autohaus 2007 an Ralph Michael verpachtet und war nach Kanada ausgewandert. Derzeit hält er sich in der Region auf.
Klaus Denker (76) bot erneut seine Unterstützung an. Der Unternehmer möchte am liebsten den Betrieb wieder übernehmen und mit einem Juniorpartner flott machen (die NWZ berichtete). Dazu bot er ein Grundstücksgeschäft an. Die Lage sei aber deutlich schwieriger geworden, weil der Investor des Edeka-Marktes offenkundig nicht mehr bauen wollte, sagte Denker.
