Wildeshausen - Tausende Torten hat Manuela Grube in ihrem Café Schräubchen schon für die unterschiedlichsten Anlässe gebacken. Mehr dazu kommen werden nicht. Ende Mai hat sie ihr Geschäft im Eingangsbereich des Wildeshauser Hagebau-Markts geschlossen.
Ohnehin war die Geschäftsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen für den Oktober geplant. Doch die Corona-Krise hat die selbstständige Wildeshauserin nun schon im Frühjahr in die Knie gezwungen. Ihr Café „Schräubchen“, das seit dem Lockdown geschlossen hat, wird nicht wieder öffnen. „Mir war klar: Wenn ich noch einmal öffnen würde, dann könnte ich mich bis Oktober nicht wieder berappeln.“
Schließlich läuft ihre größte Einnahmequellen, die Hochzeitstorten, erst langsam wieder an. „Anfang März wurden plötzlich alle Hochzeitsaufträge bis Juni abgesagt“, erinnert sich Manuela Grube. Dazu konnte sie die strengen Auflagen in ihrem kleinen Laden nicht umsetzen. „Ich musste mich entscheiden, ob ich überhaupt noch neue Lebensmittel kaufe. Das hätte aber Kosten von mehr als 1000 Euro verursacht“, sagt sie.
Wenige Tage später war klar: So kann es nicht weitergehen. „Die Kosten laufen weiter, während man keine Einnahmen hat. Ich wusste, dass mir die Substanz wegbricht.“ Die Entscheidung zur Schließung sei einzig richtig gewesen. Die noch vorhandenen Lebensmittel wurden von ihr verbacken und an Lkw-Fahrer auf den Rastplätzen verteilt. Der Rest wurde an die Tafel gespendet. Dazu verzichtete die Firma Bauking auf die Geschäftsmiete und ließ Grube verfrüht aus dem Vertrag.
Bis heute hat sich Manuela Grube seitenweise durch Anträge und Formulare gearbeitet. „Ich weiß nicht, ob ich die Soforthilfe behalten darf, habe dafür kämpfen müssen, dass ich jetzt überhaupt Hartz IV erhalte. So schnell kann das gehen. Von selbstständig zu Hartz IV in nur vier Wochen.“
