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Wirtschaft „Der Bessere soll es machen“

WILDESHAUSEN - Die Sprecher der Fraktionen waren voll des Lobes: „Das Konzept ist ausgezeichnet, aber nicht neu“, sagte Manfred Rebensburg (Grüne). „Wenn Investoren kommen, sollten wir ein Grundstück bereitstellen“, meinte Heiner Spille (UWG). Von einem „überzeugenden Konzept, das realisiert werden sollte“, sprach Günter Lübke. Zuvor hatte Sen Christoph Ickert von der Firma Plan ID (Rastede) seinen Plan von einem „Firmenquartier“ mit kleinen Gebäudeeinheiten für junge Betriebe vorgestellt.

Die Idee stammt aus Holland. Dort heißen die Projekte „Bedrijvencentrum“. Architekt Ickert spricht von „Firmenquartieren“. In der Gerhard-Stalling-Straße in Oldenburg hat er bereits eines realisiert, weitere seien im Aufbau. In Wildeshausen sei ein Quartier im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) nahe der neuen Entlastungsstraße möglich, erläuterte Fachbereichsleiter Ulrich Fortmann am Mittwochabend vor gut 30 Interessenten aus Politik und Wirtschaft im alten Rathaus.

149 000 Euro pro Einheit

Das „Firmenquartier“ gleicht einem Reihenhaus. Denkbar seien drei Gebäuderiegel mit etwa 20 Einheiten, die sich um einen Innenhof mit ausreichend Parkmöglichkeiten anordnen. Eine Einheit ab 165 Quadratmeter verfügt über zwei Ebenen. Aufgrund der Modulbauweise ließen sich bis zu drei Einheiten zusammenfügen, erklärte Ickert. Die Gebäude eignen sich für Handwerker, Dienstleister oder als Lager- und Montageräume. Eine Raumaufteilung sei je nach Bedarf möglich. Die Flexibilität sei ein großer Trumpf. Eine Einheit soll 149 000 Euro kosten. Auch Mietmodelle seien denkbar.

„Der Bedarf ist da“, verwies Bürgermeister Dr. Kian Shahidi auf entsprechende Anfragen von Firmen. Er hoffe, dass das Konzept das Interesse potenzieller Investoren wecke. Auf hartnäckige Fragen zum Planungsrecht, etwa von Unternehmer Uwe Dekker, hieß es, der derzeitige Bebauungsplan lasse ein derartiges Quartier zu. Shahidi betonte, er wünsche sich aber eine strategische Entscheidung des Rats. Dieser müsse beispielsweise dem Verkauf eines Grundstücks im Bereich der StEM zustimmen.

Vertreter der Wildeshauser Firma Müller Immobilien wiesen darauf hin, dass ihr Konzept eines „Wildeshauser Dienstleistungszentrums“ an der Visbeker Straße im Vorjahr nicht zum Zuge gekommen ist. Dabei habe es viele Parallelen gegeben. Shahidi widersprach der Darstellung, Unternehmer Helmut Müller sei damals übergangen worden; der Rat habe seinerzeit anders entschieden.


„Wir wollen in Wildeshausen so etwas verwirklichen“, betonte Shahidi. „Der Bessere soll zum Zuge kommen.“ Die Firma Plan ID solle Gelegenheit erhalten, ihr Konzept in der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorzustellen. Wann der Startschuss für ein „Firmenquartier“ in Wildeshausen fällt, blieb zunächst unklar. Auf eine entsprechend hartnäckige Frage von CDU-Fraktionschef Wolfgang Sasse atmete Ickert zunächst einmal tief durch: „Wir warten den Ratsbeschluss ab.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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