WILDESHAUSEN - Einer der Stars musste vor dem Festzelt bleiben: Stets dicht umlagert war der Radlader vom Typ AR 40. „Der stammt aus dem Jahr 1976“, sagte Manfred Egbers, seit 1970 im Stahlbau bei Atlas Weyhausen tätig, mit scharfem Blick. Händler Reinhard van der Wehl hat das Schätzchen restauriert und mit nach Wildeshausen gebracht. „Das Fahrzeug hat jahrzehntelang gute Dienste am Elbstrand von Oevelgönne geleistet“, so der Hamburger Unternehmer.

Mit mehr als 250 geladenen Gästen sowie der 190-köpfigen Belegschaft feierte der heimische Hersteller von Radladern und Walzenzügen, die Atlas Weyhausen GmbH, am Freitag den 40. Jahrestag der Produktion in Wildeshausen. 1971 kam der erste Taschenrechner in Deutschland auf den Markt, und in der Kreisstadt lief das Radlader-Modell ABL 710 vom Band. Inzwischen wurden 35 000 Radlader und 600 Walzenzüge ausgeliefert, berichtete Helmut Lorch, neben Klaus Brunkhorst Geschäftsführer der Firma. Er würdigte in seiner Rede die „weisen Entscheidungen“ des 2009 verstorbenen Unternehmensgründers Dr. Friedrich Weyhausen. Dieser habe Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen, Fairness und Leidenschaft für neue Produkte stets vorgelebt. Trotz des harten Wettbewerbs sei der Mittelständler „ein gallisches Dorf im römischen Reich“ geblieben.

Landrat Frank Eger gratulierte: „Weyhausen steht für solides Wirtschaften und gesundes Wachstum.“ Mit ihrer Erfolgsbilanz verteile die Firma sich selbst zum Geburtstag Geschenke. Die hoch motivierten Mitarbeiter seien ein Rückgrat des „beeindruckenden Unternehmens“. Auch Bürgermeister Dr. Kian Shahidi würdigte die Unternehmenskultur: „Hier wird Teamwork gelebt!“ Weyhausen sei „ein großartiger Unternehmer“ mit sozialer Verantwortung gewesen. Durch die Dr. Friedrich Weyhausen-Stiftung sei die Firma zukunftssicher gemacht worden. Sein Geschenk hatte Shahidi mit Mini-Radlader und einem dicken Bleistift dekoriert.

An der Feier nahmen auch Lieselotte Weyhausen-Kriesler, Witwe des Unternehmensgründers, sowie Frank Weyhausen mit Ehefrau Kathrin, Margret und Vera Weyhausen sowie die Enkelkinder teil. Neben einer Vertretung des Werks in Ungarn konnten sie auch zahlreiche Händler aus dem In- und Ausland begrüßen. „Atlas Weyhausen ist ein Synonym für Kontinuität und Qualität“, sagte Stefan Schartmann, der für den Motorenhersteller Deutz gratulierte.

Zum Programm des Jubiläums gehörten auch ein Geschicklichkeitsparcours sowie Führungen durch den Betrieb. Am Abend feierte die Belegschaft mit ihren Angehörigen. Auf dem Weg ins Zelt zog übrigens nicht nur der alte Radlader AR 40 die Blicke auf sich. Zuvor ging’s an einer Reihe von 14 der aktuellen Modelle vorbei. Atlas Weyhausen will innovativ bleiben.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent