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Wirtschaft Flackerlicht und Nebel nicht mehr gefragt

WILDESHAUSEN - Im einstigen „Date“ sägen Piet, Michél und Alexander die neuen Bodenplatten zurecht. In der „Main-Hall“ sind die Wände nackt; dicke Rohrstränge bohren sich aus dem Boden. Und im alten „Sir George“ tanzt Andreas Dulzhorn mit dem Presslufthammer. Baulärm statt Musik. In der Wildeshauser „Fun Factory“ tummeln sich die Handwerker. Die Großraum-Disco wird komplett umgebaut; die Neueröffnung steht in 28 Tagen an.

„Der Lack der 90er-Jahre ist ab“, sagt Disco-Chef Thorsten Bruns. Er hat die „Fun Factory“ am 13. Oktober 1995 eröffnet und mit vielen Aktionen Maßstäbe in der Szene gesetzt. „Das Mallorca-Image ist passé“, sagt der 43-Jährige nun. Veranstaltungen wie Schaumpartys werde es definitiv nicht mehr geben. „Ich möchte hier auch keinen mehr mit Jogginghose sehen“, betont er. Viele Gäste seien mit der „Fun“ erwachsen geworden, hätten der Diskothek aber zuletzt den Rücken gekehrt. Die will Bruns mit seinem Team zurückholen. Dazu soll das Niveau des traditionsreichen Tanztempels deutlich angehoben werden.

107 Meter Sitzmöbel

Überlegungen gab es dazu schon länger. Inspirationen für das neue Ambiente holte sich Bruns bei einer Vielzahl von Diskotheken in Deutschland. Auch das Echo des interessierten Publikums auf dem Internet-Portal „Facebook“ spornt ihn zusätzlich an. Auf eine Umfrage zum Einlassalter, das künftig bei 18 Jahren liegen soll, antworteten innerhalb kürzester Zeit rund 4000 „Fun“-Fans.

Es entstehen viele Lounges. „Die Leute wünschen sich kommunikative Bereiche“, so Bruns. Gerade hat er den Auftrag für 107 laufende Meter Sitzmöbel abgezeichnet. Die Sessel aus Leder, versteht sich. In der gut 800 Quadratmeter großen „Main Hall“ entstehen drei neue Theken; der „DJ- Counter“ rückt vor die einstige Bühne. „Auch die Tanzfläche insgesamt wird angehoben“, sagt Bruns, „am Wochenende kommt der Estrich“. Die Investitionen insgesamt liegen im „hohen sechsstelligen Bereich“, heißt es.

Neben der Sanierung der unterschiedlichen Areas steht die neue Technik im Blickpunkt. „Flackerlichter und Nebelmaschinen sind nicht mehr gefragt“, sagt der Disco-Chef. Er will sein Publikum künftig mit einer top-modernen Musik- und Laseranlage – statt 4,5 bald 10 Watt Leistung – begeistern. Fachleute arbeiten bereits an der ausgefeilten Beleuchtung mit LED-Technik. „Wir bekommen gut 10 000 Lichtpunkte; das ist wie ein Bild“, will Bruns wieder Trendsetter in seiner Branche sein. Die „Fun“ als die „In-Disco“ des Nordens.


Michael mauert wieder

Bei so viel Umbruch gibt es auch so etwas wie Kontinuität in der „Fun Factory“: Maurermeister Michael Spandler (49) hat schon die alte Diskothek mit aufgebaut. Jetzt mauert er den Eingang zum Flur zu. Zufrieden hält Thorsten Bruns die Wasserwaage in der Hand: „Ich bin froh, dass ich Michael wieder bekommen habe“, setzt er auf Teamgeist. Der sei auch notwendig, um den ambitionierten Zeitplan bis zur Neueröffnung am 30. September einhalten zu können.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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