WILDESHAUSEN - Neun Frauen und Männer legten im Kreishaus ihre Konzepte vor. Die Qualität hat sich deutlich verbessert.

von karsten bandlow

WILDESHAUSEN - Marcel Leifholz aus Großenkneten will sich selbstständig machen, weil er gerne unabhängig sein möchte. Der 21-Jährige ist gelernter Steuerfachangestellter, hat gerade seinen Dienst als Wehrpflichtiger beim Bund hinter sich und plant ab Januar kommenden Jahres eine eigene Existenz im Bereich Büroservice. Dafür hat er sich schon gut vorbereitet, unter anderem ein sechswöchiges Seminar besucht. Gestern war Leifholz einer von neun potenziellen Existenzgründern, die sich beim Existenzgründertag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO) im Wildeshauser Kreishaus von sieben Fachleuten aus den unterschiedlichsten Bereichen kostenlos beraten ließen.

Für den angehenden Büroservice-Unternehmer Leifholz war das der vorletzte Schritt in die Selbstständigkeit und „sehr sinnvoll“, wie er nach dem halbstündigen Gespräch mit den Experten urteilte.

Zufrieden waren auch die Berater von der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, vom Arbeitsamt, den Wirtschaftssenioren „Alt hilft Jung“, vom Sozialamt und von der WLO mit den potenziellen Existenzgründern. „Im Vergleich mit den Aspiranten zu Zeiten der Ich-AGs ist die Qualität deutlich gestiegen“, hat WLO-Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff festgestellt. Auch Michael Höller von der IHK beurteilt die vorgelegten Gründerkonzepte durchweg als positiv, und die fachlichen Qualifikationen der Ratsuchenden seien ebenfalls in Ordnung. Nachholbedarf in gewissen Bereichen sei gleichwohl immer vorhanden, weshalb ein genauer Blick auf die Stärken und Risiken einer Geschäftsidee immer angebracht sei.

Seit zehn Jahren bietet die WLO in Kooperation mit ihren Partnern die Existenzgründerberatung an. Mit Erfolg: „Der Landkreis Oldenburg hat die zweithöchste Gründerquote in Niedersachsen“, freut sich Aschoff. Deshalb wird die Beratung auch auf alle Fälle fortgesetzt und sogar ausgeweitet. Die Berater gehen bei Bedarf auch in die Gemeinden. In Großenkneten und Dötlingen waren sie schon.


Der künftige Jungunternehmer Marcel Leifholz jedenfalls blickt nach der gestrigen Beratung noch zuversichtlicher in die Zukunft, mit einer kleinen Unsicherheit: „Hoffentlich finde ich schnell ausreichend Kunden.“