WILDESHAUSEN - Einen stellvertretenden Bundessieger hat seit dem Wochenbeginn der Wildeshauser Automatisierungstechnik-Spezialist Hermes Systeme GmbH in seinen Reihen. Beim Bundesleistungswettbewerb der elektrohandwerklichen Jugend Deutschlands in Oldenburg belegte der 21-jährige Rafael Raubach den zweiten Platz.

Dabei ist Raupach erst seit Anfang November im Unternehmen tätig. Der junge Mann aus Bad Oldesloe absolvierte seine Ausbildung bei der Hamburger Firma Jörg Steiniger Leit- und Regeltechnik. Seine Gesellenprüfung schloss er im Januar mit der Note gut ab. „Kurz nach der Gesellenprüfung erfuhr ich, dass ich zu den drei besten Auszubildenden unter allen Elektroberufen in Hamburg gehöre“, berichtet der Automatisierungstechniker am Montag. Als im September die Einladung zum Bundesleitungswettbewerb im Bundestechnologiezentrum für Elektro-und Informationstechnik e.V. (bfe) in Oldenburg ins Haus flatterte, habe er auch erfahren, dass er Hamburger Landessieger ist.

Der Wettbewerb startete bereits am vergangenen Donnerstag. Nach einem Abend mit den Prüfern stand am Freitag zunächst ein theoretischer Test zum Programmieren mit SPS-Software an. „Die lückenhaften Unterlagen für eine Steuerungsanlage mussten ergänzt werden“, so Raupach. Der praktische Teil bestand aus der sauberen Verdrahtung eines Modells. Es galt ein Förderband anzuschließen, das Paletten transportierte. Raupach: „Um die Paletten zu etikettieren und letztlich abzuräumen, musste das Band mehrfach stoppen.“ Geschäftsführer Ingo Hermes ergänzt: „Die Prüfer wollten vor allem sehen, ob handwerklich sauber gearbeitet wird.“ Auch die Struktur beim Programmieren müsse stimmen. Insgesamt nahmen 52 Nachwuchskräfte aus sieben Elektroberufen an dem Wettbewerb teil. Der Bundessieger kommt aus Baden-Württemberg. Das Preisgeld, 400 Euro, kann Raupach zur Weiterbildung einsetzen.

Bessere Perspektiven in der Weiterbildung seien auch der Grund gewesen, warum sich der Oldesloer bei Hermes beworben hatte. Der Tipp kam damals von seinem Vater, der mit Hermes-Geschäftsführer Jörg Deitermann geschäftlich Kontakt hatte. In seiner Freizeit spielt der 21-Jährige gern Fußball oder taucht bei so genannten Live-Rollenspielen (Larp) in die Welt des Mittelalters ein.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent