WILDESHAUSEN - Gesucht wird: ein „Magnet“ für die Wildeshauser Innenstadt. Nur so könne das Gleichgewicht zwischen City und der Entwicklung am Westring gewahrt werden, war sich der Rat bereits im 2008 beschlossenen Einzelhandelskonzept einig. Dazu bedarf es eines Spagats: „Wir wollen unsere Innenstadt weiterentwickeln und stärken“, betonte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi, „und uns trotzdem offen zeigen für die Innovationen des Marktes“. Für eine behutsame Projektentwicklung hat die Kreisstadt nun zwei Partner gefunden: die Bremer Firma Hofschröer Standort- und Objektmarketing GmbH sowie BPG Bau+Plan Gesellschaft mbH, ebenfalls aus der Hansestadt.
Anlauf schon unter Duin
Beide Unternehmen seien darauf spezialisiert, nicht ausschließlich Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ zu entwickeln, sondern auch kleine, angepasste Objekte in innerstädtischen Lagen zu realisieren, betonte Ulrich Fortmann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Bau und Umwelt. Er hatte zuvor mit mehreren Gesellschaften gesprochen. Gerade bei der Entwicklung in einer historischen Altstadt wie Wildeshausen komme es auf die „notwendige Sensibilität“ an. „Hier werden keine Schlosshöfe entstehen“, betonte Fortmann, der am Freitag gemeinsam mit Shahidi die Fachleute Sandra Merle (Hofschröer) und Christian Bockholt (BPG) vorstellten. Zu den Referenzobjekten der Firmen zählen das Passagenkonzept „Norder Tor“ in Norden, das „Lindenhof-Center“ mit der Integration von „Sielers Ballhaus“ in Bremen-Gröpelingen oder das „Fitgerhaus“ im Zentrum von Delmenhorst.
Merle erklärte, es gebe große Textil-Unternehmen, die sich für den Standort Wildeshausen interessierten, aber keine geeignete Immobilie in der City fänden. „Die kommen auf jeden Fall, und wenn es außerhalb der Innenstadt ist“, so die Hofschröer-Geschäftsführerin. Derzeit sei die Wildeshauser Innenstadt intakt; es fehle aber die langfristige Perspektive. Ein derartiger „Magnet“, der weitere Filialisten um sich schare, werde den ortsansässigen Händlern und heimischen Mittelständlern neue Kunden ins Haus treiben. Mit dem neuen Konzept soll auch die junge Generation angesprochen werden, so Merle.
Bereits unter der Ägide von Ex-Bürgermeister Franz Duin (SPD) wurden innerstädtische Entwicklungsflächen geprüft und der Politik vorgestellt. Dazu zählten unter anderem das Areal zwischen Westerstraße und dem ehemaligen Jugendzentrum an der Kleinen Straße oder der Bereich Alexanderpassage/Parkplatz Kokenstraße. „Der Rat hat sich immer wieder des Themas angenommen“, so Duin zurNWZ
.Shahidi optimistisch
Weder Shahidi noch Fortmann wollten am Freitag sagen, um welche zentrumsnahen Flächen es sich handelt. Noch vor der Sommerpause sollten alle Eigentümer angeschrieben werden. Mit ihnen sollten Gespräche geführt und ein tragbares Konzept entwickelt werden. Erst danach wolle man die Politik einschalten. Mittel der Stadt würden nicht fließen. „Ich würde mir wünschen, wenn die Wildeshauser hier zusammenstehen“, zeigte sich Shahidi optimistisch. Es gelte, die historische Gebäudestruktur unbedingt zu erhalten.
Die Objektentwickler haben sich auf einen längeren Zeitraum eingestellt: „Wir benötigen mindestens zwei bis drei Jahre“, sagte Merle.
