WILDESHAUSEN - Mit Unverständnis reagiert die CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Rat auf den neuerlichen Vorstoß der SPD bezüglich des geplanten Verkaufs eines Gewerbegrundstückes an der Visbeker Straße. „Mir ist es ein absolutes Rätsel, was damit bezweckt wird“, sagt Ratsherr Uwe Dekker (CDU). Hier werde „unter Umständen wieder ein Gewerbetreibender verscheucht“. An diesem Donnerstag entscheidet der Rat (Sitzungsbeginn: 17.30 Uhr), darüber, ob das begehrte Areal an die Firma Elektro-Hoge verkauft wird.
Das Unternehmen wurde im Jahre 2000 gegründet und beschäftigt heute 22 Mitarbeiter sowie sechs Auszubildende. Für eine vernünftige Weiterentwicklung fehle aber am jetzigen Standort ganz einfach die Fläche, so Dekker. Um auch für spätere Erweiterungen vorzusorgen, möchte Hoge das gesamte Areal im Bereich der Städtebaulichen Entwicklung (StEM) kaufen. Andere Firmen hätten sich dagegen nur Teilflächen gekauft und sich Nachbargrundstücke teilweise auf Jahre reservieren lassen, und das unentgeltlich, meinte Dekker. „Hoge möchte seine Erweiterungsflächen gleich mit kaufen – und auch bezahlen, besser geht es nicht. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?“ Wildeshausen könne sich freuen, dass eine solche Firma hier bleiben und wachsen möchte. Stattdessen werde von der Verwaltung eine Umsiedlung nur halbherzig begleitet, die SPD „schwimme“, und der Antrag auf Wirtschaftförderung scheine nicht auf Gegenliebe zu stoßen. Dekker: „Bleibt zu hoffen dass der Bürgermeister für den Verkauf stimmt und sich nicht, wie so oft, wieder nur enthält. Das wäre peinlich.“
Die Gruppe CDU/FDP wolle eine erneute Verzögerung verhindern. Denn dann drohe unter Umständen die Verlagerung des Betriebs Hoge in die Gemeinde Dötlingen. CDU/FDP sehen für das „sicherlich interessante Projekt“ der Firma Müller auch keine Notwendigkeit der direkten Anbindung an die Visbeker Straße. Der „Handwerkerhof“ könnte nach Erschließung der hinter dem zur Beratung anstehenden Grundstück liegenden Flächen immer noch in ausgezeichneter Lage realisiert werden. Zudem wären dort noch größere Flächen als die von der SPD ins Gespräch gebrachten 5000 Quadratmeter frei.
